Content Management
Hannes Gassert ist Start-up-Unternehmer und Strategieberater.In seiner Kolumne "Übermorgen" schreibt er über Technologie von morgen, Politik für morgen, und was das nun heisst für das Hier und Heute.
Geht es um Web Content Management, kommt Nostalgie auf: Grosse Namen, wie Day oder Obtree, die es nicht mehr gibt, und die Erinnerung an die goldene Zeit des CMS, als der Markt einem romantischen Basar glich. Heute sieht’s nach Walmart aus: ist überall, aber immer gleich.
Bundesbern etwa, mit seinen vielen Sites und dreistelligen Millionenausgaben, setzt heute auf eine "modifizierte Zweiproduktstrategie" - einmal Adobe und einmal Adobe, aber anders. Washington tendiert in gleichem Masse zu Drupal, während am Weltmarkt mit fast 60 % Marktanteil Wordpress dominiert.
Zwei Gegentrends nehmen nun zu diesen immer mächtiger und komplexer werdenden Systemen Fahrt auf. Der erste ist die Anti-CMS-Bewegung: immer weniger Sites brauchen wirklich ein CMS, einfachste Bearbeitungsmöglichkeiten und um so stärkere Schnittstellen für Apps, Interaktion und Social Media reichen. Paradebeispiel ist das vormalige Skandalprojekt healthcare.gov, ohne CMS wurde die Sache brauchbar. Der andere heisse Trend ist – endlich – Machine Learning: Inhalte und Quellen eingeben, Grundlagen festlegen, und die Lernalgorithmen den Rest machen lassen, individuell und flexibel. Im Frühstadium hübsch anzusehen bei thegrid.ai, und wer strategisch auf CMS blickt, der sollte da hinsehen. Besser heute schon als morgen.
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