Wild Card

"I verabschiedemimau"

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Mit dieser Wild Card verabschiedet sich der Schreibende nach zehn Jahren Kolumnisten-Tätigkeit von seinen Lesern und Leserinnen. Nicht ohne vorher Rückschau zu halten auf die wichtigsten IT-Themen, die während dieser Dekade kolumnistisch besprochen wurden, beziehungsweise über die man auch noch hätte schreiben können.

In den vergangenen zehn Jahren hat der Schreibende an dieser Stelle alle zwei Monate eine Kolumne verfasst. Von 2009 bis 2014 in der Rubrik "Carte Blanche", ab 2015 bis heute unter dem zeitgeistig modernisierten Label "Wild Card". Immer mit der völligen Freiheit bei der Themenwahl und immer auf den letzten Drücker bei der Abgabe des Manuskripts kurz vor und manchmal auch etwas nach Redaktionsschluss. (An dieser Stelle deshalb das kollektive Mea Culpa an die wunderbare Blattmacherin dieser Fachzeitschrift. Alles ist vergänglich, nur die Geduld von Susanne nicht).

Leser-/innen-Briefe habe ich während dieser Dekade nur eine Handvoll erhalten, mündlich doch immerhin ein paar Dutzend Rückmeldungen. Wer auf schnelles Feedback und soziale Bestätigung aus ist, dem seien eher die sozialen Medien empfohlen. Wer allerdings ein Thema gerne einmal in 3200 statt nur in 140 oder neuerdings in 280 Zeichen durchdringt, dem sei diese Tätigkeit wärmstens empfohlen.

 

Was zu sagen war

Nun verabschiede ich mich mit einer kurzen Rückschau auf zehn Jahre Kolumnisten-Tätigkeit. Beim Blick auf mein Archiv fällt auf, dass ich in dieser langen Zeit kaum ein IT-Thema ausgelassen haben. Angefangen von eher ausgefallen Aspekten wie der Religiosität bei Betriebssystem-Diskussionen ("Warum der Mac katholisch und der PC reformiert ist") über Gestensteuerung von Software ("Tom Cruise ist an allem schuld") bis hin zu den Adapter-Problemen von Keynote-Speakern ("Die Leiden des jungen Referenten").

Gleich mehrere Wild Cards widmete ich jeweils den digitalen Blockbuster-Themen Cloud ("Durchs wilde Cloudistan" oder "Stell Dir vor, es ist Cloud, und keiner geht hin") und Mobile Computing ("Wir wollen sein ein einig Volk von App-Genossen" oder "Alles App oder was?"). Und nicht zu kurz kamen Management-Themen wie Software-Governance, IT-Strategie und Digital Business ("Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht" oder "Die digitale Reifeprüfung"). Oft lag ich bei Prognosen richtig wie etwa 2010 mit "Im Zeitalter der Schiefertafel", manchmal aber auch zeitlich daneben wie 2009 mit "Vektorbasierten GUIs gehört die Zukunft". Was sich in all den Jahren aber nicht geändert hat, ist meine Faszination für digitale Technologie und die Begeisterung für gelungene Software.

 

Was mal jemand schreiben sollte

Wie es sich für einen Anhänger der agilen Softwareentwicklung gehört, habe ich für meine kolumnistische Tätigkeit einen Backlog geführt. Aktuell lagert darin noch ein buntes Portfolio an IT-Themen, aus denen etwa folgende Wild Cards hätten werden können: "Der lange Weg zur digitalen To-do-Liste", "Power Couples – hinter jedem grossen IT-Trend steht ein zweiter grosser IT-Trend", "The Second Screen oder wie der Durchbruch von Telepresence doch noch klappt", "Was Softwareentwicklung vom Automobilbau unterscheidet", "Digitales Schlaraffenland – Paradies oder Überflussgesellschaft?", "Braucht es Softwarearchitekten und wenn ja, weshalb?", "Die erzwungene 3-D-Innovation im Kinosaal" und last but not least "Schweizer Digitaltag – nützliche Erweckungsbewegung oder nervige Selfie-Plattform?".

Ich wünsche meinem Nachfolger viel Freude und Kreativität beim Schreiben und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Spass und nützliche Einsichten bei der Lektüre.

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