Big Data, Big Trouble?
Das elektronische Patientendossier (EPD) startete bekannterweise nicht wie geplant Mitte April 2020. Grund dafür ist nicht Corona, wie man erwarten würde, sondern sind "Verzögerungen im Zertifizierungsverfahren". Der angepeilte Verschiebetermin Sommer beziehungsweise Herbst 2020 kann ebenfalls nicht eingehalten werden. Denn die Zertifizierung der Stammgemeinschaften, die das EPD anbieten, und die Akkreditierung der Zertifizierungsstellen sind aufwändiger als erwartet. Akutspitäler, Reha-Kliniken und stationäre Psychiatrien können sich dereinst einer von aktuell acht Stammgemeinschaften anschliessen.
Im Interview (ab Seite 6) spricht Adrian Schmid, Leiter der Kompetenz- und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen eHealth Suisse, über die abermalige Verzögerung beim elektronische Patientendossier und darüber, dass es wohl früher oder später ein Obligatorium brauche.
Wahrscheinlich hat Schmid recht. Denn das EPD ist die zukünftige "Patientendaten-Basis" für die effiziente Interoperabilität zwischen den verschiedenen Systemen der Leistungserbringer. Verwaltungs-, Diagnose- und Behandlungsdaten stehen im EPD an einem Ort zur Verfügung (und möglichst nicht als "PDF-Friedhof"). Gelingt es nicht, mindestens 70 bis 80 Prozent der Leistungserbringer und der Bevölkerung vom Nutzen zu überzeugen, wird das EPD nie den gewünschten Zweck erfüllen: Behandlungen besser, effizienter und kostengünstiger zu machen.
Daten sind bereits heute die Basis für Geschäftsmodelle in den meisten Sektoren der Wirtschaft. Es ist nur logisch, dass dies auch im Gesundheitswesen so ist. Das bestätigt auch Hirslanden-CIO Charl Goosen im Interview auf Seite 11. Wie Spitäler die anfallenden Daten nutzen - oder auch nicht – lesen Sie in der Titelgeschichte "Big Data, Big Trouble?" ab Seite 8.
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