EPD-Konsolidierung geht weiter

Update: AD Swiss schliesst sich Stammgemeinschaft Cara an

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von René Jaun und Filip Sinjakovic und cbi, jor

2025 haben die Stammgemeinschaften Emedo, eSanita und Cara entschieden, im Bereich elektronisches Patientendossier zusammenzuarbeiten. Bald will auch AD Swiss auf die EPD-Infrastruktur von Cara wechseln.

(Source: Tex vector / Adobestock.com)
(Source: Tex vector / Adobestock.com)

Update vom 5.2.2026: AD Swiss tritt der Stammgemeinschaft Cara bei. Dies gibt der Verein auf seiner Website bekannt und erklärt, der Zusammenschluss führe zu einer weiteren Konsolidierung der nationalen EPD-Infrastruktur. "Statt paralleler Einzellösungen entsteht eine koordinierte, nationale Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Infrastruktur. Dadurch wird die schweizerische eHealth-Landschaft vereinfacht und die Verbreitung des elektronischen Patientendossiers weiter beschleunigt", schreibt AD Swiss.

Der Verein AD Swiss, initiiert von FMH, Ärztekasse und HIN, ist auf E-Health-Dienstleistungen für medizinische Fachpersonen spezialisiert. Insgesamt nutzen über 2600 Leistungserbringer die Dienstleistungen des Vereins, wie Cara in einer Mitteilung schreibt. Im EPD-Bereich sorgte AD Swiss dafür, dass diese Dienstleister auf EPD-Daten ihrer Patientinnen und Patienten zugreifen konnten.

Dies ändere sich auch mit dem Beitritt zu Cara nicht, erklärt AD Swiss auf seiner Website: "AD Swiss bleibt Ihr verlässlicher Partner mit Fokus auf ambulante Leistungserbringer in der ganzen Schweiz und stellt weiterhin einen sicheren, gesetzeskonformen Zugang zum elektronischen Patientendossier sicher." Was aber die technische Seite angeht, so läuft der Betrieb des EPD künftig auf der Plattform von Cara. Sie wurde laut Mitteilung von der Schweizer Firma Bint entwickelt und läuft in Rechenzentren der Ofac-Gruppe. Der Zugriff auf die EPD-Dokumente von Patientinnen und Patienten erfolge künftig über das Gesundheitsfachpersonen-Portal von Cara, schreibt AD Swiss weiter.

 

Originalmeldung vom 26.5.2025:

Drei EPD-Anbieter schliessen sich zusammen

Die EPD-Stammgemeinschaften eHealth Aargau (Emedo), eSanita und Cara schliessen sich 2026 zusammen, um das elektronische Patientendossier (EPD) schweizweit unter der Marke Cara anzubieten. Laut einer Mitteilung bildet die Grundlage dafür eine Zusammenarbeitsvereinbarung, die an der Generalversammlung von eSanita noch bestätigt werden muss. Die technische Basis der neuen Stammgemeinschaft sei die bestehende, zertifizierte Plattform von Emedo. Entwickler und Betreiber der Plattform ist das Unternehmen Bint aus der Ofac-Gruppe.

Ziel der Fusion sei es, gemeinsam mit Leistungserbringenden und Behörden eine effiziente, sichere und gemeinnützige EPD-Lösung bereitzustellen, heisst es weiter. Patientendaten verblieben dabei in Schweizer Rechenzentren, die von der Ofac-Gruppe betrieben werden. Die geplante Zusammenlegung sieht vor, Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln und damit die landesweite Verfügbarkeit des EPD zu erleichtern. Dabei bleibe die Eigenständigkeit der einzelnen Akteure erhalten, die Verwaltung der gemeinsamen Plattform vereinfache jedoch Prozesse und reduziere Kosten, so die Mitteilung.

Dem Zusammenschluss der Stammgemeinschaften ging eine Kündigung zwischen Cara und der Schweizerischen Post in Bezug auf den gemeinsamen EPD-Vertrag vor. Das Ende der Geschäftsbeziehungen wurde auf den 28. Februar 2026 angesetzt. Laut einer Stellungnahme bedauert die Post den Entscheid von Cara, die Zusammenarbeit mit ihr als Technologie-Lieferantin nicht fortzuführen. Sie begrüsse allerdings "die Konsolidierung bei den Stammgemeinschaften, dies reduziert die Komplexität am EPD-Markt."

Die neue Plattform biete abgesehen vom Zugriff auf medizinische Unterlagen auch ein neu entwickeltes Impfmanagement-Modul sowie eine Mobile App für iOS- und Android-Geräte, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Online-Eröffnung eines persönlichen Patientendossiers soll für User einfach und schnell ablaufen. User bisheriger EPD-Systeme müssten zudem beim Plattformwechsel keine Schritte unternehmen, da bestehende Daten erhalten bleiben würden.

 

Im März gab der Regierungsrat des Kantons Uri bekannt, die Unterstützung des EPD vorerst nicht weiterzuführen. Lesen Sie hier mehr darüber.

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