Stärkung der Resilienz bei disruptivem Einsatz von künstlicher Intelligenz
Wie ist das Zusammenspiel von Mensch und Maschine zu konzipieren, um die Resilienz und damit die Zukunftsfähigkeit einer Organisation zu stärken? Mit der Verbreitung von Anwendungen der künstlichen Intelligenz wird diese Frage für viele Organisationen existenziell.
Künstliche Intelligenz (KI) kann zur Steigerung der Effizienz von Routineaufgaben eingesetzt werden. Wir sprechen von der Automationsformel: Human (H) + Machine (M). Von Augmentation (H × M) sprechen wir, wenn die Expertise etwa durch den Einsatz generativer KI bei Analysen erweitert wird. Verfolgt KI gar autonom Ziele, so entfalten sich die Skaleneffekte erst so richtig. Wir sprechen von der agentischen Formel (H ^ M).
Optimieren wir Bestehendes oder wagen wir den Paradigmenwechsel zu neuen Geschäftsmodellen? Der Übergang verändert die Verantwortung der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger grundlegend.
Vertrauen: kalibriert, nicht blind
Kann KI frei entscheiden ohne totale Kontrolle? Weil totale Kontrolle nicht möglich ist, wird "Trust with verification" die entscheidende Fähigkeit sein: Vertrauen in autonome Systeme sichern wir durch Monitoring und "AI Governors" ab. Diese Spezialisten entlarven etwa den ethischen Bias in Algorithmen und leiten Korrekturen ein. Diese Governance besteht wiederum aus Menschen (Governors) und Maschinen (Monitorings).
Architektur: Orchestrierung mit Grenzen
Agentische KI verlangt neue Strukturen: Orchestrierungsplattformen für Ziele und Workflows, Audit-Trails, Anomalieerkennung und Eskalationspfade müssen überdacht werden. KI bleibt gegenüber den Verhaltensmustern blind, die aus der inneren Logik der KI entwickelt werden. Sie kann sich nicht selbst reflektieren, weil sie kein Bewusstsein hat. Entscheidungen zu Strategie und Kultur müssen also weiterhin Menschen treffen. Es gilt deshalb, Architekturen zu bauen, die Technik einbetten, ohne an die Technik zu delegieren.
Resilienz: Verknüpfung von Organisation und Individuum
Mit Resilienz meinen wir sowohl die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Firma als auch die persönliche Belastbarkeit. KI-Systeme können identitätsbildende Überzeugungen angreifen und Vertrauen erodieren. Es gilt deshalb, empathische Kulturen zu fördern, die die Technik ergänzen, damit man nicht von Algorithmen dominiert wird. Resilienz entsteht dann durch die bewusste Balance zwischen Einfluss behalten und Skalierung über KI.
Die vier Fragen zur Resilienz mit KI
Erstens: Bleiben Sie bei der Optimierung bestehender Prozesse (H + M) oder streben Sie agentische Modelle an (H ^ M)? Zweitens: Haben Sie Spezialistinnen und Spezialisten, die ethische Prämissen in KI-Systemen prüfen können, und ist die Verifikation organisiert? Drittens: Sind Ihre KI-Systeme mit klaren Eskalationspfaden zu menschlichen Entscheidungsträgern ausgestattet? Und viertens: Wie wirken KI-Tools auf die Zuversicht und das Vertrauen Ihrer Mitarbeitenden?
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