Interpol nimmt weltweit über 5800 Cyberbetrüger fest
Interpol hat gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus 97 Ländern eine gross angelegte Aktion gegen Social-Engineering-Betrug durchgeführt. Dabei nahmen die Ermittler mehr als 5800 Verdächtige fest und beschlagnahmten Vermögenswerte im Wert von 293 Millionen US-Dollar.
Im Rahmen der von Interpol koordinierten Operation "First Light 2026" sind Strafverfolgungsbehörden zwischen Mitte Januar und Ende April weltweit gegen Social-Engineering-Betrug und damit verbundene Geldwäsche vorgegangen. Wie Interpol mitteilt, beteiligten sich 97 Länder und Gebiete an der Aktion.
Die Ermittler hätten über 152'000 Betrugsfälle analysiert - darunter Business E-Mail Compromise (BEC), Liebesbetrug, Sextortion, Identitätsdiebstahl und Anlagebetrug. Dabei identifizierten sie laut Mitteilung mehr als 15'600 Verdächtige, klärten rund 23'700 Fälle auf, sperrten mehr als 31'000 Bankkonten und beschlagnahmten Vermögenswerte im Wert von 293 Millionen US-Dollar. Insgesamt hätten die Behörden weltweit mehr als 142'000 Opfer von Betrugsdelikten identifiziert. Zudem veröffentlichte Interpol 99 internationale Fahndungsmitteilungen, wie die internationale Polizeiorganisation mitteilt.
"Betrugsmaschen mittels Social Engineering stellen weiterhin eine erhebliche Bedrohung für unsere Gesellschaft dar", sagt Tomonobu Kaya, Direktor des Interpol-Zentrums für Finanzkriminalität und Korruptionsbekämpfung. Kein Land könne sicher sein, solange nicht alle Staaten gemeinsam gegen diese Machenschaften vorgingen.
Ermittlungserfolge rund um den Globus
Zu den grösseren Ermittlungserfolgen der Operation "First Light 2026" zählt laut Interpol die Zerschlagung eines Betrugsnetzwerks in Eswatini. Dort hätten die Behörden 82 Personen festgenommen und unter anderem 240 elektronische Geräte beschlagnahmt. In Thailand deckten Ermittler gemäss Mitteilung zudem einen Geldwäschering auf, über dessen Krypto-Wallet innerhalb von zehn Monaten Transaktionen im Wert von mehr als 122,5 Millionen US-Dollar abgewickelt worden sein sollen.
Wie Interpol weiter mitteilt, verhinderten die Behörden in Singapur und Oman mithilfe des Interpol-Zahlungsstoppmechanismus I-Grip ausserdem eine betrügerische Überweisung von 6,6 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit einem BEC-Angriff.
Auch Interpol selbst beziehungsweise deren Name nutzen Cyberkriminelle zu ihren Gunsten: Im Rahmen einer Malware-Kampagne geben sich Betrüger als Interpol-Beamte aus und verleiten Unternehmen zum Download von Ransomware. Lesen Sie hier mehr darüber.
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