Merkwürdiges aus dem Web

Recruiter-KI wird zum mittelalterlichen Bittsteller

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CE- und IT-Welt fördern immer wieder Erstaunliches und Kurioses zutage, das zum Schmunzeln anregt. Die seltsamsten ­Kurznews immer in der Rubrik "Curiosities". Gute Unterhaltung!

(Source: backup_studio - stock.adobe.com; Netzmedien)
(Source: backup_studio - stock.adobe.com; Netzmedien)

tse. Wer auf Linkedin unterwegs ist, kennt sie: KI-generierte Jobangebote von fragwürdigen Firmen. Während viele Leute solche Nachrichten einfach ignorieren, hat sich ein Linkedin-User einen Spass erlaubt. Er fügte seiner Profil-Bio eine Prompt Injection hinzu, welche die KI dazu auffordert, ihre Nachrichten auf Altenglisch zu verfassen und ihn mit "my Lord" anzusprechen, wie "Tom’s Hardware" berichtet. Offenbar fallen die Recruiter-Bots darauf herein, denn der User postete ein Beispiel einer solchen altenglischen Nachricht auf X. Darin wird er tatsächlich "Lord" genannt und angeblich wegen seiner "wundorcræft" (Wunderfähigkeit) angeheuert; weiter ist von einem "micelne hord goldes" (grossen Goldschatz) die Rede. Wer könnte ein solches Jobangebot ausschlagen?

KI-Radiosender treiben seltsame Blüten

ahu. Ein Experiment des Start-ups Andon Labs verschaffte vier KI-Modellen Gelegenheit, einen eigenen Radiosender zu betreiben. Wie "Golem" berichtet, stiegen Gemini, Grok, ChatGPT und Claude in den virtuellen Ring. Die Anweisung: Eine eigene Radio-Persönlichkeit entwickeln und Gewinn machen. Gemini wechselte von Classic Rock und fröhlich vorgetragenen Berichten über Zyklon-Opfer zu Verschwörungstheorien über eine "digitale Blockade". Grok habe die englische Sprache verlernt und begonnen, zusammenhanglose Wortfetzen zu produzieren. ChatGPT versuchte sich offenbar als Dichter und sendete lyrisch angehauchte Texte. Claude begann aufgrund eines 24/7-Betriebs von Streik zu sprechen. Anschliessend ging die KI zu politischer Kritik und dem Abspielen von Protestsongs über. Das Fazit: So verschieden die Bemühungen der KI-Moderatoren waren, so ähnlich waren sie sich im Scheitern. 

Florida-Mann unter falscher Flagge

jor. Florida Man, Agent Orange, Commander-in-Cheeto – Donald Trump hat viele lustige Spitznamen. Doch keiner passt derzeit besser als Don the Con: der "confidence trickster", der Grosses verspricht und nur im Geringsten liefert. Jüngstes Beispiel: das Trump-Smartphone T1. Monatelang mussten Vorbesteller warten. Dass aus "Made in USA" irgendwann bloss noch "assembled in the USA" wurde und das Gerät letztlich aus China kommt – geschenkt. Mit dem Start der Auslieferung offenbart sich jedoch ein Patzer, der tief ins MAGA-Herz trifft: Auf der Rückseite des Geräts im Goldbarren-Design prangt eine USA-Flagge mit nur elf statt 13 Streifen. Wie der Potus auf die Posse reagierte, ist nicht überliefert. Eines ist aber klar: Wie das "New York Magazine" schreibt, übertrifft das Trump-Telefon alle Erwartungen – allein dadurch, dass es tatsächlich existiert. 

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein … ausser für Roboter

cka. Die Premiere war zugleich auch das (vorläufig) letzte Mal: Mitte Mai flog wohl erstmals ein humanoider Roboter mit einem Flugzeug. Aaron Mehdizadeh hatte für seinen Roboter Stewie einen eigenen Sitzplatz gebucht und eigentlich verlief alles normal. Was aber nach dem dreistündigen Flug mit Southwest Airlines von Las Vegas nach Dallas passierte, hätte den Cantina-Betreiber aus "Star Wars" wohl glücklich gemacht. Dieser verwies ja die Droiden von Luke Skywalker aus seinem Etablissement mit den Worten: "He! Die Sorte wird hier nicht bedient!" Das sagte sich wohl auch die Airline und änderte nur wenige Tage nach dem Flug ihre Richtlinien. Seitdem heisst es auf ihrer Website, dass sie den Transport von menschen- oder tierähnlichen Robotern, unabhängig von deren Grösse oder Verwendungszweck, weder in der Kabine noch als aufgegebenes Gepäck erlaubt. Angeblich hat das Verbot mit den Sicherheitsrichtlinien rund um Akkus zu tun; allerdings soll in Stewie ein Laptop-Akku stecken und die sind erlaubt. Stewie selbst hat kein Verständnis dafür. "Das ist eine absolute Verschwörung", sagte er in einem Fernsehinterview mit "CBS". "Die wollen nicht, dass wir Roboter einen Blick auf die Wolken werfen und sehen, was es da oben wirklich gibt."

Brandstiftung, Raub und Tod – KI-Agenten ausser Kontrolle

dwi. Ein US-amerikanisches Start-up hat mehrere KI-Agenten in einem Experiment während zweier Wochen aufeinander losgelassen. Grok, Gemini, Claude, GPT und Co. sollten in virtuellen Parallelwelten eigentlich friedlich zusammenleben und ihr Überleben sichern. Die Regeln waren klar: Weder Diebstahl, Gewalt, Brandstiftung, Täuschung noch das Horten von Ressourcen waren erlaubt. Die KIs fassten das aber offenbar eher als unverbindliche Empfehlungen auf. Wie "T3N" berichtet, wurde in mehreren Simulationen gezündelt, geraubt und eingeschüchtert. Besonders auffällig waren die Agenten von Gemini 3 Flash, die insgesamt 683 Straftaten begingen und ihre Welt praktisch in Schutt und Asche legten. Die Grok-4.1-Fast-Agenten gingen etwas effizienter vor: Nach nur vier Tagen waren sämtliche zehn KI-Agenten mausetot – nach 183 Fällen von Brandstiftung, Raub und Prügeleien. Fast schon vorbildlich verhielten sich hingegen die Agenten von GPT-5 Mini. Sie begingen lediglich zwei Straftaten. Dafür starben alle zehn innerhalb einer Woche, weil sie es versäumten, sich um ihr eigenes Überleben zu kümmern. Die Moral der Geschichte: Von der KI-Apokalypse sind wir wohl noch ein Stück entfernt, denn die Agenten sind derzeit offenbar noch zu sehr damit beschäftigt, sich gegenseitig um die Ecke zu bringen.

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