20 Minuten muss Online-Zeitung schliessen

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Die Pendlerzeitung 20 Minuten musste ihre Online-Zeitung schliessen: Anstelle der Artikel, Bilder und Inserate aus der Print-Zeitung herrscht nun gähnende Leere auf der entsprechenden Seite. Der restliche Teil des 20min.ch-Webcenter bleibt nach wie vor in der bisherigen Form online. Plötzlich erhobene Zweitverwertungsgebühren seitens der Schweizerischen Depeschenagentur SDA hätten diesen Schritt unumgänglich gemacht, teilt Peter Wälty, Chefredaktor von 20 Minuten Online, mit. In der neuen Tarifverordnung der SDA sei vorgesehen, dass neben einem Abonnement, das die Veröffentlichung der SDA-Meldungen im Print beinhaltet und einem Ergänzungsabonnement, das die direkte Veröffentlichung der News auf eine Online-Plattform erlaubt, eine zusätzliche Gebühr auf die Veröffentlichung der Printversion der Zeitung im Internet bezahlt werden müsse, die sogenannte Zweitverwertungsgebühr. Da die von der SDA erhobenen Gebühren in direktem Verhältnis zur Auflage stehen, würde dies für die Gratiszeitung 20 Minuten einen erheblichen Kostenmehraufwand bedeuten: "Der Betrag, den wir für die Publikation der Online-Zeitung bezahlen müssten, würde einer Print-Auflagesteigerung um 24'000 Exemplare entsprechen. Angesichts der 1000 bis 2000 User, welche die Online-Zeitung täglich abgerufen haben, ein geradezu absurd hoher Betrag", erklärt Wälty. Zudem sei es nicht akzeptabel, dass für dieselbe Leistung - nämlich die Publikation von SDA-Meldungen im Internet - zwei Mal zur Kasse gebeten werde. Roderick von Kauffungen, Leiter der Customer Relation Services der sda, bestätigt die Tatsache, dass die sda 20minuten darauf hingewiesen habe, entweder die Gebühren für die Zweitverwertung zu bezahlen oder das entsprechende Angebot mit sda-News vom Web zu nehmen. Diese Zweitverwertungsgebühr sei jedoch keine neue Sache. "Diese Gebühr existiert bereits seit 1997 und wird von unseren Kunden auch bezahlt." 20 Minuten habe offenbar im Sommer 2003 die Online-Zeitung aufgeschaltet, ohne die sda vorher darüber zu informieren. "Wir sind im Rahmen unserer Online-Tarifrevision Ende letztes Jahr darauf gestossen und haben 20 Minuten auf die Zweitverwertungsgebühr aufmerksam gemacht." Die SDA habe sich sehr kulant gezeigt und keine rückwirkenden Forderungen gestellt.