Wenn die IT mit der Spitex mitwächst
Rund 40 Fach- und Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen haben sich am 24. September in Zürich getroffen, um über Datenschutz, Cybersecurity und Digitalisierung zu diskutieren. Am Digital Health Impulse 2026 stand am Beispiel der Spitex Vital Plus die Frage im Zentrum, wie eine IT-Infrastruktur mit einer Pflegeorganisation mitwachsen kann.
Unter dem Motto "Bereit für die Gesundheitsbranche von morgen" hat der IT-Dienstleister und Swisscom-Partner Dukers am 24. September 2026 zum Event "Digital Health Impulse" ins Resident in Zürich eingeladen. Im Zentrum standen dabei die technologischen und regulatorischen Herausforderungen im Gesundheitswesen. Dazu gehören das revidierte Datenschutzgesetz, der IKT-Minimalstandard und der Schutz sensibler Gesundheitsdaten, wie Dukers mitteilt. Als Praxisbeispiel diente der Aufbau und die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur der Spitex Vital Plus.
Erst die IT, dann das Wachstum
Eleonora Berisha, CEO und Mitgründerin der Spitex Vital Plus, sprach in ihrem Referat "Pflege der Zukunft - Innovativ & Bedarfsgerecht" über die Digitalisierung im Pflegealltag. Die Spitex-Organisation habe sich bereits vor dem ersten Einsatz mit ihrer IT-Infrastruktur auseinandergesetzt. Damit wählte sie laut Dukers einen anderen Ansatz als viele Betriebe, die ihre Systeme erst modernisieren, wenn technische Probleme auftreten oder die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen stösst.
Emre Aslan, Project Manager bei Dukers, widmete sich in seinem Vortrag "Work Smart: Durch Digitalisierung zum Hyperscaling" der Frage, wie Unternehmen Technologie gezielt für ihr Wachstum einsetzen können. Ein Beispiel dafür liefert die Spitex Vital Plus: Sie wechselte gemäss Dukers im August 2025 auf ein IT-as-a-Service-Modell. Damals habe das Unternehmen sechs Mitarbeitende beschäftigt, im Dezember waren es bereits 15.
Das IT-Modell soll es der Spitex ermöglichen, neue Mitarbeitende ohne zusätzlichen IT-Aufwand einzubinden. Dukers zufolge sind diese ab dem ersten Tag einsatzfähig: Ihre Geräte richten sich automatisch ein und die Zugriffsrechte passen sich der jeweiligen Rolle an. Auch die Geschäftsführung müsse sich nicht mehr selbst um IT-Probleme kümmern. Zum Modell gehörten zudem ein Fixpreis, klar definierte Service-Levels und zentral verwaltete Geräte.
Datenschutz kennt keine Betriebsgrösse
Ein weiterer Schwerpunkt des Events war das Thema Datensicherheit. Gerade in der ambulanten Pflege stellt sie Organisationen vor besondere Herausforderungen. Spitex-Mitarbeitende arbeiten unterwegs oder direkt bei den Klientinnen und Klienten zu Hause mit sensiblen Informationen wie Diagnosen, Medikationsdaten und Angaben zur Wohnsituation.
Die Verantwortung für den Datenschutz sei dabei unabhängig von der Grösse eines Betriebs, schreibt Dukers. Ein eigenes Security-Team könnten sich kleinere Organisationen allerdings oft nicht leisten. Am Beispiel der Spitex Vital Plus zeigte Dukers nach eigenen Angaben, wie sich IT-Sicherheit als Dienstleistung beziehen lässt. Dazu gehören laut dem IT-Dienstleister ein Security-Monitoring rund um die Uhr und Phishing-Simulationen. Beim Zugriff auf Daten seien nicht der Standort, sondern die Identität der Nutzenden und der Sicherheitszustand ihrer Geräte entscheidend.
Der Überraschungsvortrag "Digital Sicher" widmete sich ebenfalls dem Thema Cybersecurity. Unter dem Titel "Der Rückblick und The Next Step" blickten die Beteiligten auf die bisherige Zusammenarbeit zurück und thematisierten die nächste Etappe.
Weniger IT-Aufwand, mehr Zeit für die Pflege
Eine zentrale Erkenntnis des Nachmittags war laut Dukers, dass sich der Nutzen der Digitalisierung in der Pflege an konkreten Verbesserungen im Alltag messen lassen müsse. Dazu gehörten weniger Anrufe und Rückfragen, weniger Medikationsfehler und mehr Zeit für die Klientinnen und Klienten.
Der Veranstalter betont zudem, dass die IT im Gesundheitswesen häufig unterschätzt werde, obwohl die Versorgung direkt von einer funktionierenden Infrastruktur abhänge. Deshalb lohne es sich, die IT frühzeitig zu planen und bei Bedarf an einen spezialisierten Dienstleister auszulagern.
Zum Abschluss des Digital Health Impulse bot ein Apéro riche den rund 40 Teilnehmenden Gelegenheit zum Austausch.
Laut dem Swiss E-Health-Barometer 2026 will die Schweizer Bevölkerung selbst über ihre digitalen Gesundheitsdaten bestimmen. Das Gesundheitspersonal pocht hingegen auf eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Lesen Sie hier mehr dazu.
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