BBC-iPlayer bringt Diskussion um Netzwerkneutralität ins Rollen
Mit der Lancierung ihres iPlayers hat die BBC der Diskussion um Netzwerkneutralität (Net Neutrality) neuen Auftrieb gegeben. Der iPlayer, der vorerst noch in einer Testphase zur Verfügung gestellte "Video on Demand"-Player (VoD) der BBC, soll für ein deutliches Mehraufkommen an Daten sorgen. Dabei stehen Sendungen der letzten sieben Tage zum Gratis-Download bereit.
Der Player, der auf Peer-toPeer-Technologie basiert, wurde gemäss Presseberichten bereits von deutlich über 100'000 Nutzern heruntergeladen. Er soll für Datenraten von bis zu 300 Megabytes sorgen. Durch dieses Angebot könnten allerdings die Netzwerke an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Davon gehen zumindest die grossen ISPs wie Tiscali oder British Telecom (BT) aus und fordern die BBC zu einem besseren Dialog auf. Einige britische ISPs sollen damit gedroht haben, dem BBC-iPlayer "den Stecker zu ziehen", falls die BBC sich nicht an den Übertragungskosten beteiligen will.
Bei deutlich gesteigertem Datenaufkommen, wie es durch die zunehmenden IPTV-Angebote verursacht wird, wird nebst der Verteilung der Kosten zwischen den zentralen ISPs und peripheren Nutzniessern wie Google, Skype oder auch VoD-Anbietern wie der BBC, eine Verkehrsregelung im Datenstrom zum Thema. Als Reaktion könnten die ISPs als zentrale Stelle den Datenstrom der peripheren Anbieter ganz abklemmen oder ihre eigenen Angebote, wie VoIP oder auch IPTV, höhere Priorität im Datenverkehr einräumen. In diesem Zusammenhang dürfte nun auch in Europa mehr Diskussionen um Net Neutrality entbrennen.
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