Cablecom steigert Umsatz um über 20%

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Während das Tauziehen um die Umschuldung von Cablecom weitergeht, hat die Noch-Aktionärin NTL Europe in einem SEC Filing ihre Jahreszahlen veröffentlicht. Der Umsatz von NTL stieg von 392 Millionen Dollar im Jahr 2001 auf 436 Millionen Dollar im Jahr 2002, was vor allem Cablecom zu verdanken ist, die den Umsatz von 329 auf 401 Millionen Dollar steigern konnte. Laut der Berner Tageszeitung Der Bund erwirtschaftete Cablecom dabei einen operativen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe (Franken). Der EBITDA habe 2002 gereicht, um sämtliche Investitionen in Höhe von 220 Millionen Franken sowie einen ungenannten Teil der Schuldzinsen zu finanzieren. Schlecht sieht allerdings der Geschäftsgang der Mutterfirma aus. NTL Europe schrieb 2002 einen operativen Verlust von 1,066 Milliarden Dollar und einen Nettoverlust von 3,455 Milliarden Dollar. Im SEC Filing teilte NTL Europe zudem mit, dass man nicht mehr damit rechne, nächses Jahr Cablecom weiterhin in den eigenen Geschäftszahlen auszuweisen, da NTL Europe nach einer Umschuldung höchstens Minderheitsaktionärin bleibe. Cablecom habe als Sicherheit alle Aktien an die Gläubiger verpfändet. Da das Unternehmen und zwei seiner Tochterfirmen mit 3,8 Milliarden Franken nach Schweizer Recht überschuldet sei, drohe gar die Insolvenz. Die bis 2. Juni verlängerte Frist zur Zurückzahlung der Schulden werde unter Umständen bis 30. Juni ausgedehnt. Cablecom sei aber nicht in der Lage, die Schulden zurückzubezahlen. Der Börsenbericht hat in den Schweizer Medien unterdessen zu ganz unterschiedlichen Kommentaren geführt. Während einige Medien die Rettung durch eine Umschuldung und Übernahme des Unternehmens durch die Banken in Griffnähe sehen, wirft die Sonntagszeitung gar die Frage auf, ob der Cablecom ein Grounding, so wie unlängst der Swissair, drohe. Die Gläubigerbanken und der Finanzier George Soros verhandeln heute weiter. Grundsätzlich geht es dabei darum, ob die Banken bereit sind, etwa die Hälfte der Schulden zu streichen und dafür Cablecom als Mehrheitsaktionäre zu übernehmen oder ob sie es tatsächlich zu einem Insolvenzverfahren kommen lassen. Letzteres wäre jedenfalls auch für die Banken keine optimale Lösung, schliesslich müssten sie sich auch eine gewaltige Summe ans Bein streichen, wenn die Assets von Cablecom aus der Konkursmasse für eine oder 1,5 Milliarden Franken (ein Preis, der im Zusammenhang mit den Übernahmebemühungen der Elektrizitäswerke genannt wurde) verkauft würden.