OKcon-Konferenz

Die Herausforderungen von Open Data

Uhr | Aktualisiert
von Rodolphe Koller

Mehr als 950 Personen besuchten diese Woche die Open-Data Konferenz OKcon zum Thema "Broad, Deep, Connected". Die Schweiz enthüllte am Anlass ihre Open-Government-Data-Plattform.

Die OKcon zählte mehr als 950 Besucher.
Die OKcon zählte mehr als 950 Besucher.

Gestern ist die von der Open Knowledge Foundation organisierte Weltkonferenz für Open Data, die OKcon, zu Ende gegangen. Gemäss Rufus Pollock, dem Direktor der Stiftung, war die viertägige Konferenz ein grosser Erfolg. Mehr als 950 Personen sollen die verschiedenen Workshops und Konferenzen rund um das Thema "Broad, Deep, Connected" besucht haben.

Die Gastgeberin der diesjährigen Auflage, die Schweiz, nutzte die Gelegenheit, ihre neue Open-Government-Data-Plattform zu enthüllen. Diese stellt mehr als ein Tausend Datensätze aus verschiedenen Ämtern zusammen. Gemäss Rufus Pollock hat die Schweiz im Bereich Open Data eine Vorreiterrolle: "Die Plattform symbolisiert das Engagement der Schweiz für Open Data, und das ist nur der Anfang."

Herausforderungen der Open-Data-Initiativen

Eines der angebotenen Ateliers bot die Gelegenheit, einige der Herausforderungen der NGOs kennenzulernen, die sich für einen Zugang zu den öffentlichen Daten einsetzen. Eine der zentralen Herausforderungen soll in der Verknüpfung der verschiedenen Open-Data-Initiativen liegen. Idealerweise liessen sich zum Beispiel Daten zur staatlichen Budgets und Ausgaben mit Steuereinnahmen verbinden. Auf diese Weise könnte dann aufgezeigt werden, wie welche Einnahmen verwendet werden. Damit solche Datenkombinationen setzen allerdings ein Mindestmass an Standardisierung voraus, das nicht immer leicht zu bewerkstelligen ist. "Man muss pragmatisch bleiben und nicht fanatisch werden", kommentiert Rufus den Sachverhalt.

Eine andere Herausforderung liegt in der klaren Formulierung der Aufgabe von Open-Data-Initiativen. Gegenwärtig schwankt diese nämlich je nach Vorstoss zwischen einer möglichst neutralen Veröffentlichung der Daten und einer militanten Agenda. Einige Teilnehmer schlagen daher vor, dass Open Data sich vermehrt an den Bedürfnissen und Wünschen der Nutzer orientieren sollte.

Diese Daten und ihr Potenzial

Ein Weg, das Publikum verstärkt für Open Data zu gewinnen, geht den Referenten eines anderen Vortrages zufolge über die Darstellung und Auswertung der Daten. So hat sich die mexikanische Organisation Subsidios al Campo bemüht, ihre Analysen zu den landwirtschaftlichen Subventionen der Regierung und der Ungleichheit zwischen den grossen und der kleinen Bauern auf eine einladende Weise darzustellen. Nachdem sie ein Werkzeug für Online-Recherchen entwickelt hatte, stellte die Organisation fest, dass dieses vor allem von Journalisten genutzt wurde. Sie setzten es dazu ein, Politiker aufzuspüren, die in den Genuss von Subventionen gekommen waren und schrieben danach Skandalartikel. "Um ein Bewusstsein über Grundprobleme zu schaffen, mussten wir andere Darstellungsformen schaffen, die unserem Zielpublikum besser angepasst waren", erklärt Frederico Ramirez-Corona, einer der Urheber des Projekts.

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