Die meisten IT-Stellen dank Embedded Software bei Unternehmen wie Siemens
Die strategische Bedeutung von Embedded Software steigt, wird in Unternehmen aber noch oft verkannt. So lautet das Ergebnis einer Studie der Boston Consulting Group. Zahlreiche Unternehmen der Industrie- und Konsumgüterbranche wandeln sich schleichend zu einer Kreuzung aus Produktherstellern und Softwarehäusern, heisst es in der Studie. So verkaufen etwa Handyhersteller Software-Spiele oder Automobilunternehmen bieten Navigationssoftware an. Doch der gestiegene Software-Anteil spiegle sich noch unzureichend in Geschäftsmodell, Vertriebsansatz und Produktangebot. Derzeit sei Embedded Software meist als reine Entwicklungsaufgabe in verschiedenen Bereichen angesiedelt. Dabei verdiene sie als strategische Waffe die Aufmerksamkeit des Management und sollte in einer zentralen Funktion gebündelt werden, erklärt Karsten Zimmermann, BCG-Geschäftsführer und Autor der Studie. Wie wichtig Software für diese Unternehmen ist, zeigt folgender Vergleich: Nicht die Software-Giganten sind die grössten Arbeitgeber für Programmierer, sondern Unternehmen wie etwa Siemens mit 27'000 Software-Entwicklern. Im Vergleich beschäftigt Microsoft 23'200 und SAP 8'000 Programmierer. Aus Sicht der befragten Unternehmen werden Integrationsfähigkeit, Bedienerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit ihrer Produkte zu rund 70 Prozent von Software beeinflusst. Umgekehrt liegen die Rückrufaktionen von Herstellern häufig in Softwarefehlern begründet – bei Autos in rund der Hälfte der Fälle. Die befragten Unternehmen geben durchschnittlich die Hälfte ihres Budgets für Forschung und Entwicklung für die Softwareentwicklung aus. Zimmermann rät darum, den Software-Bereich als gleichwertiges Geschäftsfeld zu führen und in den Aufbau der notwendigen Fähigkeiten zu investieren. BCG befragte 24 Grossunternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Unterhaltungselektronik, Automobil, Industrieanlagen und Medizinaltechnik.
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