DRM-freie Songs von EMI auf iTunes - EU-Kommission startet Untersuchung wegen Marktabschottung
Gestern Montag teilten Apple und EMI mit, in Zukunft Songs auch ohne Kopierschutz anzubieten: Ab Mai verkauft Apple DRM-freie Songs von EMI (Norah Jones, Rolling Stones, Coldplay) auf iTunes. Die Files ohne Kopierschutz sollen je 1,29 Euro (rund 2 Franken) kosten, also 30 Cent mehr als Files mit DRM-Kopierschutz. Zudem verspricht Apple eine bessere Tonqualität: Die Audiodaten werden im bewährten AAC-Format encodiert. Die DRM-freie, teurere Version soll mit 256 kbps in hörbar besserer Qualität als die billigeren Files mit lediglich 128 kbps encodiert werden.
Apple-Chef Steve Jobs hatte vor zwei Monaten in einem offenen Brief die vier grossen Musiklabels Universal, Sony BMG, Warner und EMI dazu aufgefordert, den Kopierschutz für online gekaufte Songs aufzuheben. Sein Argument: iPod-Nutzer würden bloss rund 22 ihrer 1'000 Songs, die sie auf dem Player haben, bei iTunes kaufen. Die Labels würden also nicht viel verlieren, sondern im Gegenteil sehr viel gewinnen. "Unsere Kunden teilen uns in überwältigendem Masse mit, dass sie dazu bereit wären, für Musik, die sie auf allen Abspielgeräten nutzen könnten, einen höheren Preis zu bezahlen," erklärte Jobs gestern.
EMI ist nun als erstes Label auf Jobs Argumentation eingegangen. Analysten gehen davon aus, dass die anderen Labels folgen werden. Allerdings war Jobs Aufforderung auch eine Reaktion auf die Kritik diverser Seiten, dass Apples Kopierschutzsystem Fairplay geschlossen und proprietär ist.
Diese Auseinandersetzung dürfte sich nun in Minne auflösen, was aber nicht bedeutet, dass damit die Kartellrechtsprobleme von iTunes vom Tisch sind: Heute Dienstag gab die EU-Kommission bekannt, ein Kartellverfahren gegen Apple und die vier Musiklabels eröffnet zu haben. Die EU wirft den Unternehmen vor, in Europa den Markt abzuschotten.
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