Valais*Wallis digital

Ein digitales Gedächtnis für das Wallis

Uhr | Aktualisiert
von Mélanie Haab, Marion Ronca (Übersetzung)

Anlässlich des zweihundertjährigen Beitritts des Wallis in die Eidgenossenschaft sammelt das Forschungsinstitut Idiap derzeit bei der Walliser Bevölkerung Multimediaarchivalien zur Geschichte des Kantons. Diese sollen im Jubiläumsjahr 2015 auf einer digitalen Plattform zugänglich gemacht werden.

Mulitmedia-Archivalien aus der Geschichte des Wallis sollen auf der Plattform Valais*Wallis digital zugänglich gemacht werden.
Mulitmedia-Archivalien aus der Geschichte des Wallis sollen auf der Plattform Valais*Wallis digital zugänglich gemacht werden.

Diesen Frühling hat eine Jury 13 Projekte ausgesucht, die die Feierlichkeiten zum zweihundertjährigen Beitritt des Wallis in die Eidgenossenschaft 2015 begleiten sollen. Zu den prämierten Projekten zählt auch "Valais*Wallis digital" vom Walliser Forschungsinstitut Idiap, das mittels Crowdsourcing möglichst viele Archivmaterialien zur Geschichte des Wallis für ein digitales Gedächtnis sammeln will. "Wir möchten damit den Wallisern den Wert ihrer Multimedia-Archivalien bewusst machen," umreisst der Projektleiter François Foglia die Zielsetzung. Entsprechend ruft das Projekt die Walliser Bevölkerung dazu auf, in Schubladen und auf dem Dachboden nach Super-8-Filmen, alten Fotos und Tonaufnahmen zu suchen und ältere Walliser zu ihren Erinnerungen zu befragen.

Die gesammelten Archivalien sollen anschliessend auf einer digitalen Plattform gespeichert werden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Foglia sieht im Projekt keine Konkurrenz für die bestehenden Archive. "Die Archivare machen eine wichtige Digitalisierungsarbeit, aber sie widmen sich mehr offiziellen Dokumenten," so der Projektleiter.

Das Projekt steckt noch in der Anfangsphase

Jedem, dem es beliebt, wird während des Jahres 2015 auf der besagten Plattform ein Nutzerprofil erstellen und sich die gespeicherten Dokumente downloaden können. Die registrierten Nutzer können dann die Multimedia-Archivalien verschlagworten und ihre Bedeutung als Erinnerungsgut bewerten. Das Idiap ist ausserdem dabei, Bildanalyse-Algorithmen zu entwickeln sowie Lösungen zur automatischen Validierung der Information und zur Filterung der Dokumente. "Wir denken auch über ein Ökosystem nach, um intelligente Empfehlungen integrieren zu können. Das Ziel wäre, dass die interessanten Inhalte automatisch aufsteigen," verrät Foglia. Im Moment befindet sich die Entwicklung des Programms noch in der Anfangsphase. 

Bis zu 1,5 Millionen Dokumente erwartet

Gegenwärtig werden die Daten des Projekts in einem Datacenter des Instituts in Martiny gespeichert. Das soll auch in Zukunft erstmals so bleiben. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die digitalisierten Archivalien dem Kantonsarchiv überführt werden. Foglia rechnet damit, dass eine grosse Datenmenge zusammenkommen könnte: "Wenn jeder Walliser drei bis fünf Fotos hochlädt, könnten wir auf 1,5 Millionen Dokumente kommen!"

Offen steht, ob alle übermittelten Dokumente uneingeschränkt einsehbar sein werden. Eine Option wäre, dass sensible Dokumente nur den Archivaren zugänglich sind. Auch die Frage nach dem Urheberrecht ist noch nicht abschliessend geklärt. Diese Fragen sollen gemäss François Foglia zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden.

Migros mit an Bord

Für die Bewerbung des Projekts hat das Institut eine Zusammenarbeit mit der Migros Wallis beschlossen. Gemäss Foglia ist die Migros "das einzige Unternehmen, das imstande ist eine Marketingkampagne durchzuführen, die jeden und jede im Land zu berühren vermag." Um das Projekt zu bewerben wird die Migros ein Kartenspiel mit Fragen zum Kanton verteilen. Mittels eines Kartenscan werden die Benutzer auf Website des Projekts gelangen, wo eine Art soziales Netzwerk verfügbar sein wird. "Das wird dann so eine Art historisches Facebook, Google und Flickr," beschreibt Fraçois Foglia die ehrgeizige Idee.

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