Big Data

Ein Schweizer Start-up mischt im Big-Data-Business mit

Uhr | Aktualisiert
von Simon Zaugg

Das Zürcher Start-up Squirro will ausbauen und eigens eine neue Businesskategorie schaffen. Die Netzwoche hat mit Marketing-Chef Cesare Allavena gesprochen.

Digital Fingerprint by Squirro. (Quelle: Squirro)
Digital Fingerprint by Squirro. (Quelle: Squirro)

Wachsende Datenberge und eine immer gewaltigere Informations­flut bedeuten für Anbieter von Filter- und Suchlösungen eine Goldgrube. Mit einer Lösung, die für Geschäftsleute besonders rele­vante Suchresultate im jeweiligen Kontext herausfiltern können soll, will das Zürcher Start-up Squirro hier mitmischen.

Die Ziele sind alles andere als bescheiden: "Wir wollen einen neuen Businessbe­reich definieren – die Context In­telligence", sagte Marketing-Chef Cesare Allavena kürzlich gegen­über der Netzwoche. Es bedeutet, grob gesagt, die Ergänzung der Business Intelligence mit Kontex­tinformationen, die sowohl aus Nutzungsdaten angeschlossener Social-Media-Profile sowie aus strukturier­ten Daten aus Unternehmensdatenbanken bestehen.

Auch als Add-on verfügbar

Das Start-up fokussiert sich auf den B2B-Markt und bietet die Lösung sowohl direkt möglichen Endkunden wie auch als Add-on in Business-Soft­ware-Lösungen an. Ausserdem sollen bald auch native Apps verfügbar sein.

Die Anwen­dungsmöglichkeit dieses sogenann­ten Contextual-Intelligence-Tools sieht wie folgt aus: Klickt sich ein Ma­nager durch die Ge­schäftszahlen, kann er sich mit dem Tool zusätzlich Kontextinformationen für diesen Zeitraum anzeigen lassen. Besonders relevant seien diese, wenn es in der Statistik einen unerklärlichen Ausschlag auf die eine oder andere Seite gebe, sagt Allavena. "Wenn man dann die News dieser Zeitperiode an­sieht, hat man sofort Erklärungen zur Hand."

Ausbau bei Squirro

Doch es geht auch ganz allgemein um die Er­leichterung des Businessalltags, wie Gründer Dorian Selz vor gut einem Jahr im Interview mit der Netzwoche illustrierte: "Wenn ich ei­nen Kalendereintrag mache, sammelt Squirro für mich relevante Fakten über Themen, Teil­nehmer des Meetings und weiteres automa­tisch."

Die Zeichen stehen bei Squirro nun auf Wachstum. Anfang 2013 ist Marketing-Chef Cesare Allavena als Mitarbeiter Nummer acht eingestellt worden, wie er sagt. Vier Monate später seien es nun bereits deren 14. Vorwärts machte Squirro vor weni­gen Wochen auch produktseitig. "Wir haben in der Entwicklung einen gro­ssen Schritt gemacht", sagt Allavena. Neu sei die Lösung auch für Kunden der Business-Intelligence-Suite Qlik­view als Add-On verfügbar.

Zu erklären sind die Entwick­lungsschritte unter anderem mit frischem Geld und durch Geschäfts­beziehungen der Investoren, zu denen auch Führungskräfte der Softwarehäuser SAP und Qlikview gehören. Squirro erhielt Anfang des Jahres eine Finanzierung von 700 000 US-Dollar von derselben Investoren­gruppe, die bereits im Frühjahr 2012 1,5 Millionen US-Dollar in das Start-up investiert hatte.

Besser als eine Suchmaschine?

Um die Funktionsweise der Lösung zu erklä­ren hat Squirro vor wenigen Wochen ausser­dem ein "White Paper" mit Hintergründen über seine "Digital Fingerprint Technology" publiziert. Darin geht es vorab um die Abgrenzung zu konventionellen Such­diensten.

Recherchiere ein Nutzer zum Bei­spiel Informationen für einen kommen­den Kundentermin, benutze dieser sehr wahrscheinlich ei­nen konventionel­len Suchdienst. In diesem Szenario beginne der Nutzer jeweils von Neuem. Der aktuelle Kontext bleibe hingegen – im Gegen­satz zu Squirro – meist aussen vor, heisst es im White Paper "Squirro's Digital Fingerprint Technology", das auf squirro.com/resources/white-papers/ zum Download zur Verfügung steht.

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