Fünf Jahre Streit mit SAP reichen Oracle nicht
Nach einer Einigung im August schien der langjährige Datenklau-Streit zwischen Oracle und SAP beigelegt. Fehlanzeige: Oracle hat Berufung eingelegt und den Fall erneut vor Gericht gezogen.
Vor einem Monat war es endlich so weit: Nach über fünf Jahren Zankerei in einem Datenklau-Streit einigten sich Oracle und SAP auf eine Schadenersatzzahlung in der Höhe von 306 Millionen US-Dollar und Anwaltslöhne in der Höhe von 120 Millionen Dollar. Eine Richterin bestätigte die Übereinkunft, SAP würde das Geld an Oracle überweisen und der Streit wäre beigelegt - dachte SAP. Oracle aber sieht das anders und hat seinen Konkurrenten nun erneut vor Gericht gezerrt.
Vor einem Monat sprach Oracle in einer Medienmitteilung noch von einer Zahlung von "mindestens" 426 Millionen Dollar. Diese Formulierung liess damals bereits vermuten, dass der US-Konzern in einer weiteren Berufungsverhandlung versuchen würde, eine höhere Entschädigung zu bekommen. Laut einem Bericht des "Mannheimer Morgens", der von SAP bestätigt wurde, hat sich nun genau dies bewahrheitet - das Verfahren kommt definitiv vor ein Berufungsgericht in San Francisco.
Die Wurzel des Übels: Eine Übernahme
Der Streit gründet in der Übernahme des US-Unternehmens Tomorrownow, das SAP 2005 aufgekauft hatte. 2007 klagte der Erzfeind: Mitarbeiter von Tomorrownow sollen in grossem Stil unrechtmässig Updates bei Oracle bezogen haben. 2010 verurteilte ein US-Gericht SAP wegen Urheberrechtsverletzung auf 1,3 Milliarden US-Dollar Schadenersatz.
2011 wurde das Urteil auf 272 Millionen reduziert. Ein Jahr später bot SAP seinem Rivalen 20 Millionen Dollar für einen Vergleich. Oracle lehnte ab. Vor einem Monat erzielten die beiden Unternehmen schliesslich eine Einigung - die sich nun als wertlos erweist.
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