Google Books gestoppt
Bücher im Internet und das auch noch gratis? Ein amerikanisches Gericht hat dem Google-Projekt nun einen Riegel vorgeschoben.
Der Plan von Google Millionen von Büchern zu digitalisieren wurde von einem US-Gericht durchkreuzt. Ein US-Richter kippte einen Vergleich des Unternehmens mit amerikanischen Autoren und Verlegern. Danach hätte Google im Gegenzug für die Zahlung von 125 Millionen Dollar das Recht gehabt, in den USA registrierte Bücher einzuscannen und ohne Rückfrage beim Rechteinhaber online zu stellen, berichtet die Financial Times Deutschland.
In der Urteilsbegründung hiess es, dass der Vergleich einfach zu weit gehen würde. "Google bekäme mit der Vereinbarung einen deutlichen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten", erklärte der New Yorker Richter Denny Chin. Zudem sieht der Richter die Gefahr, dass die Vereinbarung gegen internationales Recht verstösst, weil auch in den USA angemeldete ausländische Bücher darunter fielen.
Google zeigt sich enttäuscht
"Das ist selbstverständlich eine Enttäuschung, aber wir werden die Entscheidung des Gerichts prüfen und unsere Optionen abwägen", erklärte Google-Anwältin Hilary Ware. "Wie viele andere auch glauben wir, dass die Vereinbarung das Potenzial hat, einen Zugang zu Millionen Büchern zu schaffen, die in den USA heute nur schwer zu finden sind."
2004 hatte Google mit der Digitalisierung von Büchern begonnen. Laut Gerichtsunterlagen wurden seitdem in Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten mehr als zwölf Millionen Bücher gescannt. Der Rechtsstreit um geschützte, aber vergriffene Bücher dauert seit sechs Jahren an, die Verhandlungen um einen Vergleich seit fünf Jahren.
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