Google startet eigenes Online-Lexikon
Google startet eine Internet-Enzyklopädie. Das Online-Lexikon heisst „Knol“, eine Abkürzung von „knowledge“. Die Datenbank befindet sich noch in der Testphase. Man habe Anfang der Woche erste Fachleute eingeladen, einen Artikel zu ihrem Themengebiet zu verfassen, schrieb Udi Manb, Google Vizepräsident des Projekts, am Freitag im Google-Blog. Grundidee des Projekts sei, den Autor eines Beitrags in den Mittelpunkt zu rücken, schreibt Manb weiter. „Bücher haben den Namen des Autors auf dem Titel, aber irgendwie entwickelte sich das Web ohne den Standard, den Namen eines Autors zu betonen“, so Manb. Google wird die Artikel nicht redigieren, alle Autoren sind selbst für den Inhalt verantwortlich. So können auch mehrere Einträge zu einem gleichen Thema entstehen. Will ein Autor zu seinem Eintrag Werbung schalten, so wird Google ihn an den Umsätzen beteiligen.
Damit wird Knol das pure Gegenteil von Wikipedia sein, wo Artikel anonym verfasst und redigiert werden. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales reagierte denn auch entsprechend gelassen auf die Ankündigung: „Google macht viele coole Sachen. Aber viele von diesen coolen Sachen stellen sich als nicht so grossartig heraus“, sagte er. Zudem erwartet er, dass es aufgrund der Werbe-Möglichkeiten bei Knol zahlreiche „weniger akademische Einträge“ geben werde. „Man könnte schrecklich viele Artikel über Viagra finden“, so Wales.
Während Google nun eine Online-Enzyklopädie ins Leben gerufen hat, plant Wales für kommendes Jahr den Start einer eigenen Suchmaschine.
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