Google strebt Einigung mit Verlegern an
Google Schweiz hält vom geforderten Leistungsschutzrecht der Schweizer Verlage wenig, will aber stärker mit diesen zusammenarbeiten. Als Vorbild könnte ein Kooperationsvertrag zwischen Google und belgischen Verlegern dienen.
In der Sonntagszeitung hat sich Patrick Warnking, Chef von Google Schweiz, erstmals zu den Vorwürfen der Schweizer Verleger geäussert, wie der Standard berichtet.
Leistungsschutzrecht schade dem Internet
Demnach hält Warnking das geforderte Leistungsschutzrecht für eine schlechte Lösung für die Nutzer. Zudem schade eine solche Regelung dem Internet und der Volkswirtschaft eines Landes. Jeder Verlag könne selbst entscheiden, ob seine Internetseiten bei Google gefunden werden. Zukünftig wolle man aber enger mit den Verlagen zusammenarbeiten.
Vorbild Belgien
Als mögliches Vorbild könnte laut Warnking Belgien dienen. Dort hatte Google im Dezember einen ähnlichen Streit durch eine Kooperationsvereinbarung beigelegt, beruft sich der Standard auf die Sonntagszeitung. In dieser verpflichte sich Google, in den Medien der Verlage für seine Dienste zu werben. Im Gegenzug sollen die Verleger Google-Werbedienste nutzen, um neue Leser zu gewinnen und somit ihre Reichweite zu steigern.
Vorwurf der Verleger
Die Schweizer Verleger warfen Google im November vor, über seine Suchmaschine Artikel zu veröffentlichen, für die der Konzern Werbegelder einstreicht, ohne zu bezahlen. Sie haben sich in einer Arbeitsgruppe organisiert, um für eine bessere Verwertung der Autoren- und Schutzrechte einzutreten. Den Verlegern schwebt ein Leistungsschutzrecht analog desjenigen von Fernsehunternehmen und Musikindustrie.
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