Internet Explorer: neues Verfahren gegen Microsoft eröffnet
Die EU-Kommission teilte am Freitagabend in Brüssel mit, sie habe ein neues Missbrauchsverfahren gegen Microsoft eröffnet. Die norwegische Firma Opera Software hatte wegen der angeblichen Monopolbildung des Webbrowsers Internet Explorer Klage eingereicht. Opera zufolge behindere die Bündelung des Internet Explorers mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows den Wettbewerb und Produktinnovationen. Ausserdem werde die Wahlfreiheit des Internet-Users eingeschränkt.
Dadurch, dass Webbrowser mittlerweile zu einer zentralen Anwender-Software geworden sind, interessieren sich immer mehr Konzerne für die Lancierung eines Browsers, wie Google im vergangenen Jahr mit Chrome bewies. Dass der Explorer als Standard-Browser mit dem Betriebssystem mitgeliefert wird, ist Konkurrenten von Microsoft schon lange ein Dorn im Auge.
Der US-Software-Riese hat nun acht Wochen Zeit, um auf die Vorwürfe zu reagieren. Sollten die Brüsseler Wettbewerbshüter dem Kläger Opera Recht geben, könnte Microsoft zur Öffnung von Windows für andere Internet-Browser gezwungen werden. Ausserdem droht Microsoft ein Bussgeld von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Die EU-Kommission hatte Microsoft in anderen Fällen bereits mit hohen Strafen belegt, die sich bisher auf knapp 1,7 Milliarden Euro belaufen.
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