Julian Assange weiter hinter schwedischen Gardinen
Bis mindestens Donnerstag bleibt der Wikileaks-Gründer noch in Haft. Zunächst sollte er gegen Kaution in Höhe von 240.000 Pfund (rund 364.000 Franken) entlassen werden, allerdings legte die schwedische Staatsanwaltschaft gegen diese Entscheidung Berufung ein.
Für 283.000 Euro würde der Wikileaks-Gründer wahrscheinlich auf freien Fuss kommen. Obwohl freier Fuss übertrieben ist, denn falls er aus dem Gefängniss entlassen wird, muss er eine elektronische Fussfessel tragen. Ausserdem muss er seinen Reisepass abgeben und steht unter Hausarrest.
Assange muss sich untertags und nachts jeweils mindestens vier Stunden an einem festen Standort aufhalten und täglich bei der Londoner Polizei melden. Vaughan Smith, ein ehemaligen Offizier der britischen Armee, hat seine Villa zur Verfügung gestellt.
Unterstützung von Michael Moore
Wie gestern bekannt wurde, will der Filmemacher Michael Moore und zwei andere Persönlichkeiten dem Wikileaks-Gründer mit einer bereitgestellten Kaution von 20'000 Pfund helfen. Moore, die Filmemacher Ken Loach und John Pilger sowie Schriftstellerin Jemima Khan stellen die Kaution. Doch diese reicht nun bei weiten nicht aus.
Der inhaftierte Assange hat derweil im Gespräch mit seiner Mutter bekräftigt, auch weiterhin geheime US-Informationen im Internet zu veröffentlichen. Zudem hat er die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard sowie das Bezahlsystem Paypal aufs schärfste kritisiert.
"Wir wissen jetzt, dass Visa, Mastercard und Paypal Instrumente der amerikanischen Aussenpolitik sind", erklärte Assange in einer an seine Mutter, Christine Assange, diktierten Mitteilung, die im australischen Fernsehen verlesen wurde. Seine nächste Anhörung vor Gericht ist für den 11. Januar 2011 angesetzt.
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