Kanton Zürich steigt bei Abraxas aus
Die Züricher Regierung hat beschlossen, ihre Anteile an der Abraxas Informatik AG abzustossen. Dies, nachdem der Kanton Zürich gemeinsam mit dem Kanton St. Gallen ihre Informatikdienstleistungen im Jahr 1998 in die Abraxas ausgelagert hat. Die Absicht dahinter war, vergleichbare Informatikprobleme in der Verwaltung über ein Informatikunternehmen gemeinsam zu lösen. Die Hintergründe sind noch unklar. Wie Ursula Gut, Finanzdirektorin des Kantons Zürich, gegenüber der NZZ sagte, wurde der Verkaufsentscheid vom Zürcher Regierungsrat gefällt. Dieser erachte eine weitere Beteiligung an der Abraxas für strategisch nicht bedeutsam. Mit den bisherigen Leistungen sei man aber zufrieden und auch die laufenden Verträge mit der Abraxas würden eingehalten. Der Kanton St. Gallen sei über die Verkaufsabsichten des Kantons Zürich informiert worden. Fredy Isler, Verwaltungsratspräsident der Abraxas, bedauert den Entscheid der Zürcher Regierung, versicherte aber, dass St. Gallen an der Zusammenarbeit mit Abraxas festhalten wolle. Als Grund für die Trennung vermutet Isler die geplante Kooperation von Abraxas mit weiteren Kantonen. Mittelfristig geplant ist eine Fusion mit der Bedag Informatik AG, die für Bern und Waadt vergleichbare Informatikdienstleistungen für die Verwaltung anbietet. Die NZZ hingegen vermutet personelle Gründe hinter dem Entscheid. Demnach hat sich Finanzdirektorin Ursula Gut in diesem Jahr von Daniel Wettstein getrennt, der nicht nur Generalsekretär der Zürcher Finanzdirektion, sondern seit der Gründung der Abraxas auch Verwaltungsrat des Informatikunternehmens war. Mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses musste Wettstein im Mai auch aus dem Verwaltungsrat von Abraxas austreten. Doch wie die Abraxas Mitte August bekannt gab, bleibt Wettstein als neues Mitglied der Geschäftsleitung dem Unternehmen erhalten.
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