Knatsch und Kündigungen bei Swisscontent

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Bei Swisscontent ist ein Arbeitskonflikt eskaliert. Auslöser ist der aus wirtschaftlichen Gründen geplante Umzug von Kehrsatz bei Bern nach Zürich. Da sich die Mitarbeitenden durch mangelnde Informationen verunsichert fühlten, wurde vor einigen Wochen eine Betriebskommission eingesetzt. Wie in einem Fall von betrieblichen Veränderungen das Mitwirkungsgesetz vorschreibt, wurde zudem ein Konsultationsverfahren zum geplanten Umzug durchgeführt, in dem die Mitarbeitenden ihre Meinung schriftlich abgeben können, wie Fredy Hämmerli, Noch-Chef-Redaktor und ab dem 1. April CEO von Swisscontent, gegenüber dem Netzticker erklärte. Bezüglich des Umzugs wurden den Mitarbeitenden individuelle Angebote unterbreitet, was für weitere Verunsicherung sorgte, sagte Wolf Ludwig vom Medienverband Comedia gegenüber dem Netzticker. Die Betriebskommission verlangte deshalb eine für alle transparente Lösung. Eskaliert ist der Streit dann letzte Woche: Die Geschäftsleitung hatte bis zum letzten Donnerstag eine Frist zur Unterzeichnung der individuellen Lösungen gesetzt. Da aber für Freitagvormittag ein Gespräch zwischen Begleitkommission und Geschäftsleitung angesetzt war, reagierte ein grosser Teil der Belegschaft nicht, da nach ihrer Sicht das Konsulationsverfahren noch nicht abgeschlossen war. Darauf sprach die Geschäftsleitungen sieben Kündigungen aus. Die Medienverbände betrachten diese Kündigungen jedoch als missbräuchlich und forderten nun eine Rücknahme derselben, worauf die Swisscontent bis jetzt nicht reagiert hat. Die Swisscontent ist jedoch bereit, mit allen Betroffenen eine einvernehmliche Lösung zu finden, wie Hämmerli versichert. So werde nun für elf Mitarbeitende, denen der Umzug tatsächlich nicht zuzumuten sei, die Produktionsstätte Kehrsatz beibehalten. Mit den sieben gekündigten Mitarbeitenden würden Gespräche geführt. Hämmerli ist zuversichtlich, dass mit allen gute Bedingungen für einen Umzug gefunden werden können. Wie die Gewerkschaften Comedia, SSM und SVJ aber in einem Pressecommuniqué von gestern Mittwoch schreiben, prüfen sie derzeit gemeinsam, gegen die missbräuchlichen Kündigungen und die Verletzung des Mitwirkungsgesetzes mit einer Verbandsklage gegen Goldach/Swisscontent vorzugehen.