KI-Kassencheck 2027

KI-Systeme sind keine guten Versicherungsberater

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von Julia Meyer und rja

Fragt man ein KI-System über eine Schnittstelle mit Websuche, wie viel eine Grundversicherung der Krankenkasse kostet, stimmt nur jeder achte angegebene Betrag. Etwas besser schneiden KI-Apps ab.

(Source: Alghozy / Unsplash.com)
(Source: Alghozy / Unsplash.com)

Wer die Höhe der Krankenkassenprämie erfahren will, sollte sich nicht auf ein KI-System verlassen. Zu diesem Ergebnis kommt Jeremy  León, Gründer und Inhaber von The Zone Media. Er prüfte systematisch, welche Angaben ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity zu Grundversicherungsbeträgen machen. Jedem System stellte er jeweils 156 Fragen.

Sein Befund: Befragt man die KI-Modelle über eine Schnittstelle mit Websuche, so stimmt nur jeder achte genannte Betrag, wie The Zone Media mitteilt. Auf die insgesamt 624 Fragen nannten die KI-Systeme in 258 Fällen einen Betrag, davon 141 falsche Beträge, 79 falsche Schätzungen und 33 richtige Antworten. 5 Antworten nannten eine Preisspanne, in der der wahre Betrag lag. 

ChatGPT hält sich zurück

Gemini und Perplexity lägen am meisten falsch, schreibt The Zone Media weiter: Gemini gab 68 falsche Beträge an, Perplexity 52. Im Vergleich zu Claude und ChatGPT beantworteten sie jedoch auch mehr Fragen korrekt, Gemini 12 mal und Perplexity 14 mal. Dagegen nannten Claude und ChatGPT oft keine Beträge. Claude gab 34 mal eine falsche Schätzung an. 

Tabelle Systemvergleich

Prämien- und Wechselfragen nach System, je 78 pro Frageart. «Kein Betrag» umfasst auch Beträge, die ausdrücklich für eine andere Variante genannt wurden, etwa mit Unfall. (Source: The Zone Media)

Die fehlerhaften Beträge stammten teilweise von derselben Kasse aber einem anderen Kanton, anderen Arten von Versicherungen im selben Kanton, oder von anderen Orten, Kassen oder Prämien, schreibt The Zone Media.

Apps liefern bessere Antworten

Je nach Zugang zu den KI-Systemen verändern sich die Fehlerquoten. Aus den Apps befragt, seien ChatGPT und Perplexity meist richtig, stellt die das Unternehmen fest. Googles KI-Modus und die Gemini App lagen jedoch meist falsch. Über die Schnittstellen mit Websuche lagen ChatGPT gpt-5.1-mini und Gemini 3.6 Flash öfter falsch. 

Gemäss The Zone Media vermutet zudem, dass die Suchtiefe der Modelle die Ergebnisse verbessern könne.

Antworten sind nicht neutral

Viele der KI-generierten Antworten enthielten im Test Quellenangaben, etwa Links auf die Websites von Krankenkassen. Am häufigsten verwiesen die KI-Modelle auf die Websites von KPT und CSS. Die Website der KPT sei öfter in den Antworten erschienen als die Website der CSS, obwohl in neun Kantonen die CSS explizit in Fragen genannt worden sei und die KPT nie, schreibt The Zone Media. Und selbst mit Quellenverweis seien die Antworten der KI nicht immer korrekt.

 

Welche Schweizer Unternehmen KI-Assistenten empfehlen, hängt stark vom jeweiligen System ab. Mehr dazu lesen Sie hier. 

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