Letzte Meile: Massive Preissenkungen durch die ComCom
Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat erstmals den Preis für die Entbündelung der letzten Meile festgelegt: Mit einem monatlichen Mietpreis von CHF 18.18 liegt er tiefer als erwartet. Die Swisscom hatte von der Konkurrenz zunächst einen Preis von CHF 31.- für die Jahre 2007 und 2008 verlangt. Bereits im März jedoch senkte die Swisscom den Entbündelungspreis freiwillig auf CHF 23.50 rückwirkend auf den 1. Januar 2008. Im Rahmen umfangreicher Kostenanalysen des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) ist nun aber die ComCom zum Schluss gekommen, dass auch dieser Preis noch zu hoch ist. Die ComCom senkt daher die monatliche Gebühr für das Jahr 2008 auf 18.18 und für das Jahr 2007 auf CHF 16.92.
Darüber hinaus reduziert die ComCom die Interkonnektionspreise für die Jahre 2007 und 2008 nochmals um 25 bis 30 Prozent. Bereits für die Jahre 2004 bis 2006 hat die ComCom die Abgeltung für die Nutzung des Festnetzes der Swisscom zur Durchleitung von Telefonanrufen deutlich gesenkt. Damit gehören die Interkonnektionspreise in der Schweiz zu den günstigsten in Europa.
Damit die Konkurrenten der Swisscom die Anschlussleitungen entbündeln beziehungsweise selbst betreiben können, müssen sie Zutritt zu den Räumlichkeiten der Swisscom erhalten, um die Infrastruktur zu installieren und zu warten. Auch für diese Kollokation hat nun die ComCom die Preise beträchtlich reduziert. So werden die einmaligen Preise für die Abklärungen und die Implementierungsdienste der Swisscom um 55 bis 85 Prozent gesenkt.
Marc Furrer, Präsident der ComCom, sagte an der Pressekonferenz, dass die Preise der Konkurrenz sehr entgegenkommen würden, dass aber auch Swisscom noch gut damit leben könne.
Die Kostensenkungen basieren auf einer Analyse der den Preisen zu Grunde liegenden Faktoren, wie zum Beispiel Bau- und Betriebskosten oder Abschreibungsdauer. Swisscom hatte hier höhere Werte veranschlagt und war deswegen auf andere Preise gekommen.
René Frei
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