make.opendata.ch Mobility Hackdays

"Mehr offene Daten führen zu besserem Verkehr"

Uhr | Aktualisiert

Dieses Wochenende finden die "Mobility Hackdays" von make.opendata.ch statt. Ziel ist, das Innovationspotenzial von Mobilitätsdaten auszuloten.

Wer viel unterwegs ist, sei es zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr, sieht sich tagtäglich mit einer Reihe von Problemen konfrontiert. Am Morgen verpassen Pendler das Tram oder den Zug zum Arbeitsplatz. Wer sich in einem unbekannten Stadtviertel bewegt und sich auf die Informationen aus dem Web verlassen muss, wird unter Umständen auf unwegsames Gelände gelotst. Ganz zu schweigen von internationalen Fahrten mit ausländischen Zuggesellschaften, die im Vergleich zur SBB nicht immer mit Pünktlichkeit brillieren.

Was aber können wir tun, damit der Umgang mit dem öffentlichen Verkehr einfacher wird? Genau diese Frage stellen sich eine Reihe von Ingenieuren, Softwareentwicklern und Techies an den make.opendata.ch Mobility Hackdays, die heute und morgen in Zürich stattfinden, zeitgleich zu denjenigen in Genf. Ziel dieses Wochenendes ist, das Innovationspotenzial von Mobilitätsdaten auszuloten.

SBB und Open Data

Bruno Spicher, Leiter Kanalentwicklung E-Business der SBB, betonte heute Vormittag in einer kurzen Rede, wie wichtig es für den Bereich E-Business der SBB sei, sich mit den Teilnehmern der make.opendata.ch Mobility Hackdays zusammenzuschliessen. "Wir müssen eure Bedürfnisse kennen, also kommt bitte auf uns zu, damit wir wissen, was ihr braucht."

Der Bereich E-Business sei gewissermassen das "Enfant terrible" der SBB, so Spicher. Innerhalb der SBB werde das Thema "Open Data" kritisch beäugt und als Risiko angesehen. Der Bereich E-Business der SBB hingegen sieht Open Data als Chance.

Nie mehr zu spät aufs Tram

Zu Beginn präsentierten verschiedene Referenten ihre Ideen zum Thema Open Data im Bereich Mobilität. Danach wurden Teams gebildet, um die vorgestellten Projekte oder Ideen weiterzuentwickeln. So stellte Referent und Blogger Christian Leu seine Busstop-Lampe vor. Mit einer Handvoll Zeilen PHP-Code und ein bisschen Hardware konstruierte er eine Lampe, die ihm auf einen Blick zeigt, ob er das Tram vor seiner Haustür noch erwischen kann oder nicht.

Seither sind die Zeiten vorbei, in denen Leu aus dem Haus rennt, um das Tram nur noch um die Ecke biegen zu sehen. "Wenn die Lampe auf grün steht, weiss ich, dass ich das Tram noch erwische." Stehe sie hingegen auf rot, sei er bereits zu spät dran. Auch gut, dann kann er sich am Morgen noch eine zusätzliche Tasse Kaffee gönnen.

SBB visualisiert

Vielen bekannt ist sicher auch die Website swisstrains.ch, die SBB-Fahrplandaten visualisiert. Entwickelt wurde die Site von Vasile Coțovanu, der sich selbst als "map addict" bezeichnet und Stunden damit verbracht hat, die erforderlichen Daten zusammenzutragen.

Um Visualisierung von Daten ging es auch beim Genfer Projekt "Ville vivante", das in Zusammenarbeit mit Swisscom entstanden ist und zum Ziel hat, die Bewegung der Genfer Bevölkerung anhand mobiler Datenströme von Swisscom-Kunden darzustellen.

Arrlee und Bergportal

Outdoorfreaks dürfte das Portal "Bergportal" (bergportal.ch) begeistern. Dieses verlinkt verschiedene Portale wie bergbuch.ch, skitouren.ch oder gipfelbuch.ch. Die Macher das Portals arbeiten zusammen mit dem Projekt "Arrlee", das unter anderem Entfernungen und deren Erreichbarkeit innerhalb einer bestimmten Zeit berechnet.

Bleibt nur zu hoffen, dass die make.opendata.ch Mobility Hackdays in Zürich und Genf erfolgreich verlaufen und viele neue Ideen entstehen können. Denn wie Hannes Gassert, Mitinitiant der Veranstaltung und Vizepräsident von opendata.ch, zu Beginn der Hackdays erklärte, "führen mehr offene Daten zu einem besseren Verkehr".

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