Neue Broschüre der SFA spricht von 70'000 Internetsüchtigen in der Schweiz
Gemäss der Einschätzung von Fachleuten sollen rund 70'000 Personen in der Schweiz onlinesüchtig sein. Diese Aussage geht aus einer neuen Publikation der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) hervor. Die Broschüre beleuchtet diejenigen Angebote, die eine exzessive Bindung hervorrufen können sowie Merkmale von Abhängigkeit und Ansätze der Prävention.
Besonders gefährdend sind demnach Online-Games, Chats sowie Sex- und Pornoseiten. Diese Angebote sollen das Potential haben, User besonders stark an sich zu binden und so zu Abhängigkeit zu führen. Je mehr Zeit das Internet beansprucht, desto weniger Zeit bleibt für anderes. Soziale Beziehungen oder die schulische und berufliche Leistung können leiden. Auch Haltungsschäden, ein gestörtes Essverhalten, Kopfschmerzen oder Sehschwierigkeiten sind möglich. Typisch für eine Onlinesucht sind insbesondere der Kontrollverlust und der Drang, immer länger online zu sein. „Jugendliche sind speziell gefährdet, abhängig zu werden. Sie können sich schlechter kontrollieren, sie brauchen die Unterstützung von Erziehenden“, erklärt Sabine Dobler, Präventionsfachfrau der SFA
Eine Schweizer Studie hat festgestellt, dass Onlinesüchtige durchschnittlich 35 Stunden pro Woche ausserberuflich im Netz verbringen. Allerdings können sich bereits weniger als 35 Stunden Onlinezeit negativ auswirken oder mit Symptomen einer Abhängigkeit verbunden sein. Und: Nicht jede exzessive Nutzung ist gleich eine Abhängigkeit. Viele Jugendliche haben Phasen, in denen sie bestimmte Verhaltensweisen exzessiv zeigen und sich nach einiger Zeit wieder davon lösen. Die Nutzungszeit ist also kein alleiniger Anhaltspunkt, um eine Onlinesucht festzustellen.
Die in der Broschüre veröffentlichten Angaben beruhen auf einer Online-Befragung von 565 Personen aus dem Jahr 2001 mit Updates zum Nutzungsverhalten aus dem Jahr 2006.
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