Neues News-Portal: SF DRS provoziert Zeitungsverleger

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Zeitgleich mit dem Redesign der beiden Sendeketten SF1 und SF2 hat der nationale TV-Konzern SRG SSR mit www.tagesschau.sf.tv ein News-Portal lanciert, das sich mit Inhalten aus den diversen SF-Nachrichtensendungen und zusätzlichem "Rohmaterial" der Nachrichtenredaktionen als klare Alternative zu den News-Auftritten des Printgewerbes positioniert. "Unsere News-Site hat eine klassische Aufteilung in die Bereiche Schweiz, International, Wirtschaft, Kultur, Vermischtes und Sport", erklärt SF-Chefredaktor Ueli Haldimann gegenüber persönlich.com. "Das sind die gleichen Themenbereiche, die wir auch in unsern Sendungen abdecken." Die Multimedia-Newsredaktion, bestehend aus sechs Vollzeitstellen, arbeitet mitten im Newsroom der Tagesschau.
Haldimanns Ankündigung vor einem Jahr, SF DRS wolle das führende News-Portal der Schweiz werden, hatte damals lautstarken Protest der Printmedien hervorgerufen. In der Folge distanzierte sich die SF-Chefetage von Haldimanns Äusserungen. Nun zeigt sich, dass Haldimann einfach der ehrlichste war innerhalb der SF-Leitung.
Der Verlegerverband Schweizer Presse ist entsprechend erbost über das News-Portal. "Wir akzeptieren den neuen News-Auftritt des Schweizer Fernsehens nicht und werden uns massiert gegen die Online-Aktivitäten des Schweizer Fernsehens stellen", zitiert persönlich.com Daniel Kaczynski, Geschäftsführer von Schweizer Presse. Die SRG habe den Schweizer Verlegern in gemeinsamen Gesprächen versprochen, dass das Portal gemäss der Added-Value-Strategie vor allem Zusatzinfos zu den einzelnen Sendungen anbiete. Was nun angeboten wird, gehe in eine völlig andere Richtung, so Kaczinsky. "Das Portal hat nichts mit der TV-Sendung zu tun und könnte statt tagesschau.sf.tv genauso gut 'Nachrichten' heissen."
Gemäss Haldimann habe die SRG SSR entschieden, dass ihre Internetangebote keine Werbung haben sollen. Wenn im Frühsommer ein Teil der Teletext-Leute aus Biel nach Zürich kommen, werde das Programm noch weiter ausgebaut, beispielsweise mit interaktiven Angeboten. Haldimann selbst führt auf www.tagesschau.sf.tv ein Weblog. Darin will er auf Themen eingehen, die die Zuschauerinnen und Zuschauer in Zusammenhang mit den Newssendungen beschäftigen, und publizistische Fragen diskutieren.