Projekt AVAM: Niemand wagt, sich mit dem BIT anzulegen
Obwohl ein Rekurs gegen die umstrittene Vergabe des Projekts AVAM gute Erfolgschancen gehabt hätte, hat niemand rekurriert. Seine Firma hätte sich den Schritt zwar überlegt, sagte ein leitender Mitarbeiter eines der leer ausgegangenen Unternehmen gegenüber dem NetzwocheTicker, doch schliesslich davon abgesehen. Ein Rekurs könnte negative Konsequenzen auf spätere Aufträge haben.
"Leider können wir Ihnen in dieser Angelegenheit keine Auskünfte erteilen", hiess es unisono seitens an der Ausschreibung unterlegenen Firmen. Offenbar will es sich niemand mit den Informatikgewaltigen im BIT verderben. Auch nicht die knapp unterlegene CSC, die im Evaluationsbericht den zweiten Rang belegt. Der mögliche Grund: CSC hat diverse andere Aufträge vom BIT. "Kritisch ist, dass das BIT im Zentrum der Kritik steht", sagt der Gesprächspartner, der nicht mit Namen genannt werden will. Das BIT vergibt als Drehscheibe der Bundesinformatik jährlich Aufträge im dreistelligen Millionenbereich an externe IT-Dienstleister.
Folgende Argumente hätten einen Rekurs gegen die Projektvergabe im Fall AVAM gerechtfertigt: SyBOR-Chef Pavel Stacho arbeitete als externer Projektleiter an der Vorbereitung des Projekts AVAM mit. Unternehmen, die an der Konzeption mitgearbeitet haben, müssen in der Regel bei einer Projektvergabe in den Ausstand treten oder werden vom Auftraggeber gar nicht erst zugelassen. SyBOR ist seit längerem im SAP-Bereich für das BIT tätig und hat gute Verbindungen zum heutigen Leiter der Hauptabteilung Lösungszentrum beim BIT, Ulrich Leuenberger. Dieser war bis vor kurzen Leiter des Kompetenzzentrums SAP beim BIT. In seiner neuen Funktion ist ihm nun das Projekt AVAM unterstellt. Das Projekt AVAM erfordert vertiefte Java-Kenntnisse, ein Gebiet, auf dem SyBOR weniger stark besetzt ist. Trotzdem hat das SyBOR den Zuschlag erhalten.
Diesen Argumenten tritt Claudio Frigerio, Pressesprecher des BIT, allerdings entgegen: "Allein die Mitwirkung im Umfeld zu einem Grossprojekt ist kein zwingender Grund, einen Offerenten aus dem Vergabeverfahren auszuschliessen. Rechtlich relevant wäre dies nur, wenn Herr Stacho unmittelbar an der Ausschreibung mitgearbeitet hätte." Stacho sei einer von vielen externen Mitarbeitern, die gute Beziehungen zum BIT hätten. Das liege in der Natur der Sache, da das BIT oft Dienstleistungen extern einkaufe. "Ich verstehe die diffuse Angst der Lieferanten vor Retourkutschen", fährt Frigerio fort. "Doch wir wenden bei WTO-Ausschreibungen einen strengen Massstab an und bereiten uns immer auch auf mögliche Rekurse vor. Die strengen formellen Anforderungen, die sich aus dem Gesetz und der Praxis der Rekurskommission ergeben, schliessen an sich die Möglichkeit von Retourkutschen durch subjektive Bewertung eines unliebsamen Anbieters aus."
Mehr zum Thema lesen Sie in der Netzwoche 25 von heute.
"Leider können wir Ihnen in dieser Angelegenheit keine Auskünfte erteilen", hiess es unisono seitens an der Ausschreibung unterlegenen Firmen. Offenbar will es sich niemand mit den Informatikgewaltigen im BIT verderben. Auch nicht die knapp unterlegene CSC, die im Evaluationsbericht den zweiten Rang belegt. Der mögliche Grund: CSC hat diverse andere Aufträge vom BIT. "Kritisch ist, dass das BIT im Zentrum der Kritik steht", sagt der Gesprächspartner, der nicht mit Namen genannt werden will. Das BIT vergibt als Drehscheibe der Bundesinformatik jährlich Aufträge im dreistelligen Millionenbereich an externe IT-Dienstleister.
Folgende Argumente hätten einen Rekurs gegen die Projektvergabe im Fall AVAM gerechtfertigt: SyBOR-Chef Pavel Stacho arbeitete als externer Projektleiter an der Vorbereitung des Projekts AVAM mit. Unternehmen, die an der Konzeption mitgearbeitet haben, müssen in der Regel bei einer Projektvergabe in den Ausstand treten oder werden vom Auftraggeber gar nicht erst zugelassen. SyBOR ist seit längerem im SAP-Bereich für das BIT tätig und hat gute Verbindungen zum heutigen Leiter der Hauptabteilung Lösungszentrum beim BIT, Ulrich Leuenberger. Dieser war bis vor kurzen Leiter des Kompetenzzentrums SAP beim BIT. In seiner neuen Funktion ist ihm nun das Projekt AVAM unterstellt. Das Projekt AVAM erfordert vertiefte Java-Kenntnisse, ein Gebiet, auf dem SyBOR weniger stark besetzt ist. Trotzdem hat das SyBOR den Zuschlag erhalten.
Diesen Argumenten tritt Claudio Frigerio, Pressesprecher des BIT, allerdings entgegen: "Allein die Mitwirkung im Umfeld zu einem Grossprojekt ist kein zwingender Grund, einen Offerenten aus dem Vergabeverfahren auszuschliessen. Rechtlich relevant wäre dies nur, wenn Herr Stacho unmittelbar an der Ausschreibung mitgearbeitet hätte." Stacho sei einer von vielen externen Mitarbeitern, die gute Beziehungen zum BIT hätten. Das liege in der Natur der Sache, da das BIT oft Dienstleistungen extern einkaufe. "Ich verstehe die diffuse Angst der Lieferanten vor Retourkutschen", fährt Frigerio fort. "Doch wir wenden bei WTO-Ausschreibungen einen strengen Massstab an und bereiten uns immer auch auf mögliche Rekurse vor. Die strengen formellen Anforderungen, die sich aus dem Gesetz und der Praxis der Rekurskommission ergeben, schliessen an sich die Möglichkeit von Retourkutschen durch subjektive Bewertung eines unliebsamen Anbieters aus."
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