Externe Prüfung läuft

Kantonsspital Baden gerät wegen IT-Vergaben unter Verdacht auf Vetternwirtschaft

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von Dylan Windhaber und Netz-KI Bot und cka

Eine IT-Bereichsleiterin des Kantonsspitals Baden (KSB) soll über Jahre Aufträge an die Firma des Partners ihrer Tochter vergeben haben. Das Spital zahlte dem IT-Dienstleister mindestens 1,7 Millionen Franken. Das KSB bestreitet den Vorwurf der Vetternwirtschaft und lässt seine Vergabepraxis nun extern prüfen.

(Source: Kantonsspital Baden)
(Source: Kantonsspital Baden)

Eine IT-Bereichsleiterin des Kantonsspitals Baden (KSB) hat seit 2023 wiederholt Aufträge an MDS Digital vergeben. Der CEO dieses IT-Dienstleisters ist anscheinend der Lebenspartner der Tochter der Bereichsleiterin. Wie Recherchen von "SRF Investigativ" zeigen, betreffen die Aufträge unter anderem digital gesteuerte Systeme für Brandschutz, Videoüberwachung und Zutrittsberechtigungen. Insgesamt habe das Spital dem Unternehmen bislang mindestens 1,7 Millionen Franken bezahlt.

Den ersten Kooperationsvertrag unterzeichnete die Bereichsleiterin laut SRF im Juni 2023 gemeinsam mit dem damals 18-jährigen Unternehmer. Vereinbart wurde gemäss SRF ein Tagesansatz von 1800 Franken. Drei Tage später habe der Jungunternehmer seine damalige Einzelfirma namens MDS Manser Digital Solutions ins Handelsregister eintragen lassen. Später gründete er die heutige MDS Digital AG.

Expertin sieht Verstoss gegen Beschaffungsrecht

Rika Koch, Professorin für Beschaffungsrecht an der Berner Fachhochschule, wertet die Konstellation gegenüber SRF als Vetternwirtschaft. Bei einer persönlichen Beziehung zu einem möglichen Anbieter hätte die Bereichsleiterin in den Ausstand treten müssen. Dokumente zeigen laut SRF jedoch, dass sie mehrere Verträge selbst unterzeichnete.

Das KSB weist die Vorwürfe zurück. Es gebe nach den vorliegenden Fakten keine Hinweise auf Vetternwirtschaft oder Korruption. Die Aufträge seien "von verschiedenen KSB-Bereichen vergeben worden, hätten die internen Freigabeprozesse durchlaufen und seien nach dem Vier-Augen-Prinzip dokumentiert worden". Zudem sei das Spital mit der Arbeit von MDS zufrieden.

Das KSB bestreitet gemäss Bericht auch, dass die vom SRF thematisierte persönliche Beziehung bereits zu Beginn der Zusammenarbeit bestanden habe. SRF verweist dagegen auf eine Instagram-Aufnahme aus dem Jahr 2021, auf der die Tochter der Bereichsleiterin und der heutige MDS-Chef gemeinsam zu sehen sind.

Externe Stelle prüft Vergaben

Der Verwaltungsrat des KSB lässt die Vergabeprozesse nun von einer externen Stelle untersuchen, wie SRF schreibt. Dabei sollen insbesondere Folgeaufträge und die vergaberechtlichen Aspekte des Falls geprüft werden. Aus den Ergebnissen wolle das Spital mögliche Anpassungen bei Compliance und Prozessen ableiten.

Das Vorgehen sei mit dem Gesundheitsdirektor des Kantons Aargau abgesprochen. Das zuständige Departement habe gegenüber SRF bestätigt, dass es eine externe Untersuchung für sinnvoll hält. Ergebnisse könnten laut Departement in sechs bis acht Wochen vorliegen.

 

Etwas positivere Schlagzeilen machte das Kantonsspital Baden im Juni 2026. Damals kündigte es an, künftig Videos mit KI-Avataren einzusetzen, um Patientinnen und Patienten medizinisches Wissen zu vermitteln. Mehr dazu lesen Sie hier.

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