Qwest: Der nächste Betrugsfall?
Nun steht auch der US-Telekommunikationskonzern Qwest unter Verdacht, seine Bilanzen frisiert zu haben. Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC untersucht zurzeit, ob Qwest Einnahmen im Höhe von 1,4 Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Kapazitäten aus seinem Glasfasernetz inkorrekt verbucht hat. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge richtet sich die Aufmerksamkeit der Ermittler auf die Verbuchung von Tauschgeschäften, die Qwest mit anderen Telcos im Glasfaserbereich abschloss. Qwest tauschte Übermittlungskapazitäten mit anderen Firmen aus. Dies ist soweit nicht unüblich. Möglicherweise betrügerisch ist aber, dass Qwest die Einnahmen anstatt der Laufzeit der Verträge entsprechend über mehrere Jahre zu verteilen, diese sofort verbucht hat. Ähnlich ging Qwest offenbar auch mit den Einnahmen aus anderen Deals um, in denen Telekommunikations-Ausrüstung gegen Internet-Dienstleistungen getauscht wurden.
Die Aktien der sowieso bereits tief in der Krise steckenden Telco sanken bis zum Börsenschluss um 57 Prozent. Erst vor einer Woche musste Unternehmenschef Joseph Nacchio auf internen Druck zurücktreten.
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