SBB sammeln Daten ihrer WLAN-Nutzer
Die SBB registrieren die personenbezogenen Daten der WLAN-Nutzer an den Bahnhöfen. Die erhobenen Daten sollen gemäss SBB nicht für Werbezwecke verwendet werden, sondern dazu beitragen, Personenströme zu optimieren.
Das von den SBB breit angekündigte Gratis-WLAN-Angebot an rund 100 Bahnhöfen ist nicht ganz so selbstlos und grosszügig, wie es auf den ersten Blick anmutete. Wie der auf IT-Recht spezialisierte Anwalt Martin Steiger in seinem Blog schreibt, registrieren die SBB die Handynummer oder Geräteadresse der Nutzer sowie Ort, Datum und Zeit der Nutzung. Steiger zufolge können die SBB mit diesen Informationen "umfangreiche Nutzungs- und Bewegungsprofile erstellen". Das erforderliche Okay gäbe der Nutzer mit seiner Zustimmung zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Nicht zu Werbezwecken
Der SBB zufolge sollen die Daten ausschliesslich "zur Gewinnung und Auswertung von personenbezogenen Informationen" genutzt werden. So würden die Daten beispielsweise dazu genutzt, um den Personenfluss an Bahnhöfen zu optimieren. Gemäss SBB sollen die Daten jedoch nicht für Webezwecken verwendet werden. Gegenüber dem Tages-Anzeiger sagte SBB-Sprecher Stephan Wehrle, das Unternehmen werde nur "auf der Startseite Werbung schalten".
Erst nach 12 Monaten anonymisiert
Die SBB wollen gemäss Nutzungsbestimmungen die Daten zwölf Monate lang personenbezogen verwenden. Das Unternehmen plant entsprechend, die Anonymisierung der Daten erst nach Ablauf eines Jahres vorzunehmen. Aus Sicht des Datenschutzes soll dies nicht ganz unproblematisch sein, denn das Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs schreibe eine Aufbewahrungsdauer von höchstens sechs Monaten vor. Wer das kostenlose WLAN nutzt, "zahlt" also mit seinen persönlichen Daten.
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