Schweizer CD-Markt-Einbruch: Sündenbock Internet

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Die Schweizer Musik-Verkäufe (CDs, Singles, Vinyl, Kassetten) sind im vergangenen Jahr um 15,5 Prozent von 297 auf 251 Millionen Franken zurückgegangen. 13 Prozent weniger CDs gingen gemäss dem Schweizer Verband der Musikbranche IFPI über den Ladentisch, nämlich 16,7 Millionen. Damit sackt der Markt auf das Niveau von 1989 ab. Verantwortlich für den Rückgang seien in erster Linie die Internet-Tauschbörsen, wird Beat Högger von der IFPI in zahlreichen Medien zitiert. Gegen deren Nutzung wolle die IFPI künftig einen härteren Kurs fahren. Die Schuldzuweisung wird der tatsächlichen Situation jedoch nicht vollumfänglich gerecht. Der Umsatzrückgang hat auch andere Gründe, wie Högger gegenüber dem Tagesanzeiger einräumt. Eine Mitschuld hätten auch die anhaltend schlechte Wirtschaftslage und die Tatsache, dass vor allem Jugendliche ihr Geld vermehrt für Videospiele und Mobiltelefonie ausgäben. Auch die wachsenden Parallelimporte dürften jedoch ihren Anteil an der Misere haben: Amazon etwa, inzwischen einer der grössten Musik-Verkäufer in der Schweiz, ist kein IFPI-Mitglied. Damit tauchen die Verkaufszahlen des Online-Retailers nicht beim Verband auf. Im Gegensatz zu Audio-DVDs werden zudem Video-Clip-DVDs nicht erfasst. DVDs aber erfreuen sich auch in Musik-Läden zunehmender Beliebtheit. Gemäss Chris Fankhauser von directmedia entferne man beim Offline-Retailer citydisc zahlreiche CD-Titel aus den Regalen, um mehr Platz für das wachsende DVD-Geschäft zu schaffen.