Sperrung der sozialen Netze in England?
Premierminister David Cameron will die sozialen Netzwerken sperren. Schneidet er sich dabei nicht auch ins eigene Fleisch?
Der britische Premierminister David Cameron erwägt die Abschaltung von sozialen Netzwerken um Ausschreitungen vorzubeugen. Es wird geprüft, ob eine Sperrung der Kommunikation über soziale Netzwerke rechtmässig wäre, wenn nachgewiesen werden kann, dass sich darüber Gewalt und Chaos verbreitet. Das hat die britische Regierung gestern bekannt gegeben.
"Wer diese schrecklichen Vorgänge sieht, ist sich klar, dass sie über Soziale Netze organisiert wurden", sagte Cameron vor dem Parlament. "Informationsfreiheit kann Gutes bewirken. Sie lässt sich aber auch missbrauchen. Wenn Menschen Social Media für Gewalttaten nutzen, müssen wir sie aufhalten."
Seit Anfang der Krawalle ist bekannt, dass sich die jungen Menschen via soziale Plattformen organisieren. Vor allem der Blackberry Messenger (BBM) soll eine wichtige Rolle gespielt haben. Denn auf der Insel besitzen die meisten Jugendlichen Blackberrys, und die Mitteilungen können verschlüsselt versendet werden.
Auch konstruktives ist möglich
Was aber von Cameron ausgeblendet wurde, ist der positive Aspekt von Social-Medias. So wurde per Twitter-Konto @Riotcleanup nach den Ausschreitungen zum gemeinsamen Aufräumen der Strassen aufgerufen. Bis heute haben sich über 86'000 Nutzer diesem Account angeschlossen. In zahlreichen britischen Städten wurden schon Aufräumaktionen darüber koordiniert.
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