Streit um das neue Beschaffungsgesetz: Der Swico sendet eine Delegation zum BBL
Der schweizerische Wirtschaftsverband der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik Swico bereitet eine Delegation zum Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) vor. Sie soll mit der Gegenpartei die Differenzen bezüglich der Totalrevision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) erörtern. Gemäss Swico-Präsident Andreas Knöpfli stehe schon ein Termin „Anfang Frühling“ für die Gespräche fest. Der Delegation werden neben den Juristen des Swico auch Vertreter des Verbandes der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem angehören.
Mitte November beendete das BBL die Vernehmlassung zur Totalrevision des BöB, mit der der Gesetzes- und Verordnungsdschungel des helvetischen Beschaffungswesens gelichtet werden soll. Der Swico bemängelt, elementare Anliegen des Verbandes seien in den Vorentwurf nicht aufgenommen worden. Der wichtigste Kritikpunkt betrifft die Verwendung allgemeiner Geschäftsbedingungen als Eignungskriterien: Viele Beschaffungsstellen des Bundes würden eine vorbehaltslose Zustimmung zu ihren AGB zu einer Bedingung für die Aufnahme in den Beschaffungsprozess machen. Dort sei meist die Möglichkeit einer Rückabwicklung des Geschäfts bei Problemen während der gesamten Vertragsdauer – also auch während der Wartungsphase - vorgesehen. Diese Bestimmung, so argumentiert der Swico, sei aber vor allem für Unternehmen inakzeptabel, die verpflichtet sind, nach den Richtlinien der amerikanischen Börsenaufsicht (GAAP) abzurechnen, da sie es den GAAP-verpflichteten Anbietern verunmöglicht, die Einnahmen nach Projektabschluss auszuweisen. Sie müssten immer damit rechnen, dass der ursprüngliche Deal rückgängig gemacht wird. Hier vermisst der Swico eine klare Aussage, dass AGB als Eignungskriterien unzulässig sind.
Angesichts der noch zu lösenden Probleme und Einsprachen scheint ein Inkrafttreten des neuen Gesetzes wie ursprünglich vorgesehen auf Januar 2010 kaum denkbar. Nach der Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen ist mit einer Überweisung der Botschaft an das Parlament frühestens in der Herbstsession 2009 zu rechnen. Realistischer dürfte wohl die Wintersession sein. Damit könnte das Gesetz frühestens im Herbst 2010 in Kraft treten.
Mehr zur Totalrevision des Bundesgesetzes des öffentlichen Beschaffungswesens und den Reaktionen in der ICT-Branche lesen Sie in der Netzwoche Nr. 3 vom nächsten Mittwoch.
Studie zu KI-Talenten
Schweiz profitiert im globalen Wettlauf um KI-Köpfe
Uhr
DataStore AG
KI sicher nutzen: Datensouveränität mit Dell und enclaive
Uhr
"Double Phishing"
Kriminelle kontern Sicherheitsmassnahmen mit zweistufigem Betrug
Uhr
Mit einem Budget von 20 Millionen Franken
Innosuisse und Armasuisse starten Projektwettbewerb im Bereich Dual-Use-Technologie
Uhr
Success Story: Bechtle | Coop Pronto
Next-Level Networking: Wie Coop Pronto mit SD-WAN die digitale Zukunft gestaltet
Uhr
Embedded Systems
Wie 400 Studierende an der ETH mit KI und Hardware lernen
Uhr
Advertorial von Vertiv EMEA Headquarters
Die KI-Revolution kühlen | Wie innovative Lösungen die Herausforderungen der RZs von morgen lösen
Uhr
HackEvent von Swiss Post Cybersecurity
Bob Lord: «Secure by Design» – wir müssen bei den Entwicklern ansetzen
Uhr
Dossier in Kooperation mit Inseya
Das digitale Wettrüsten
Uhr
Beitrag von Noser Engineering AG
Agentic AI: Gesteuerte Autonomie als Erfolgsfaktor
Uhr