Swisscom-Privatisierung: Bundesrat will die Hälfte der Aktien der Schweizer Bevölkerung schenken

Uhr | Aktualisiert
Voraussichtlich an diesem Mittwoch steht die Privatisierung der Swisscom auf der Traktandenliste des Bundesrates. Dabei sollen laut SonntagsZeitung drei Varianten diskutiert werden: Der Bundesrat reduziert seinen Anteil auf eine Sperrminorität von 33 Prozent, der Bund verkauft sämtliche Aktien, knüpft diese aber an Bedingungen, der Bund verkauft die Hälfte der Aktien und verteilt die andere Hälfte an die Bevölkerung. Diese dritte Möglichkeit hat Bundesrat Pascal Couchepin eingebracht und bei Bundesrat Christoph Blocher grossen Anklang gefunden, schliesslich hätten die Konsumenten wegen des Monopols viele Jahre zu teuer telefoniert, so Blocher in einem Interview mit der SonntagsZeitung. Blocher rechnet vor, dass so insgesamt 7,6 Milliarden Franken unter dem Volk aufgeteilt werden würden. Jeder Schweizer Bürger würde 3,3 Aktien erhalten, deren Wert heute 1295 Franken beträgt.
Ebenfalls in einem Interview mit der SonntagsZeitung sprach sich der Swisscom-VR-Präsident Markus Rauh für eine Vollprivatisierung aus, der Geschenkidee des Bundesrates steht er skeptisch gegenüber. Seine Idealvorstellung für eine vollständig privatisierte Swisscom ist ein Merger mit einem vergleichbar grossen Anbieter.