Swisscoms plötzliches Tempo bei der Entbündelung bringt Telcos in Schwierigkeiten

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von fgr@netzwoche.ch
Die alternativen Telcos, die daran interessiert sind, auf der entbündelten Meile eigene Produkte anzubieten, sind enttäuscht über den bisherigen Verlauf der Öffnung. Viele von ihnen wollen verzichten. Neben Swisscoms Preisgestaltung für den Teilnehmeranschluss kritisieren die Telcos auch das plötzliche Tempo, dass Swisscom nun an Tag legt: Auf 2008 hat Swisscom allen alternativen Providern die Dienstleistungsverträge über Kupfermietleitungen (Carrier Copper Line, CCL) gekündigt. Bereits ab August wird Swisscom keine neuen Kupferleitungen mehr aufschalten. Damit könnte die Konkurrenz in Schwierigkeiten geraten. Solange die Provider nämlich den Infrastrukturaufbau für den neuen Teilnehmeranschluss nicht abgeschlossen haben, der in einigen Fällen noch bis zum Jahresende dauern dürfte, werden sie teilweise über Monate hinweg an gewissen Standorten keine neuen Kunden mehr aufschalten können. Um diese Lücke zu überbrücken, sehen sich die Provider gezwungen, noch vor Juli CCLs auf Vorrat einzukaufen, wie Beat Tinner, Gründer und bis vor kurzem CEO von Cyberlink, der Netzwoche sagte. Hinzu kommt, dass bisherige Kollokations-Vertragspartner ihren bestehenden Platz in den Anschlusszentralen räumen und in die speziell für die im Zusammenhang mit dem Teilnehmeranschluss vorgesehenen Kollokationsräume umziehen müssen. Swisscom begründet dieses Vorgehen mit der notwendigen Bereitstellung von vom Hauptverteiler getrennten und separat zugänglichen Räumen für die eingemieteten Fernmeldedienstanbieter. Alle Provider sollen gleich lange Spiesse erhalten. Swisscoms Argumentation leuchtet durchaus ein. Aber Tinner stört sich daran, dass auch bisherige Kollokationskunden den vollen Neupreis für die erneute Einrichtung bezahlen sollen. Für Cyberlink werden damit zwischen 20'000 und 30'000 Franken fällig, um innerhalb einer Swisscom-Zentrale von einem Raum in einen anderen umzuziehen. Hochgerechnet auf die 65 Swisscom-Zentralen, wo sich Cyberlink bereits eingemietet hat, ergibt dies eine erkleckliche Summe von bis zu zwei Millionen Franken. Für einen grossen Telco wie Sunrise dürften sich die Kosten pro Zentrale allein für die Verkabelung auf bis zu 100'000 Franken belaufen. Mehr zur Enttäuschung der alternativen Telcos zum bisherigen Verlauf der Öffnung der Letzten Meile lesen Sie in der aktuellen Netzwoche 22 von heute Mittwoch.