CHF-Stablecoin-Sandbox

Swiss Stablecoin und sechs Banken testen den digitalen Franken

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von René Jaun und dwi

Die sechs Finanzinstitute UBS, Postfinance, Sygnum, Raiffeisen, ZKB und BCV sowie Swiss Stablecoin haben eine Testumgebung für den digitalen Franken lanciert. In der Sandbox wollen die Partner neue digitale Finanzprodukte unter realistischen Bedingungen, aber mit Schutzmechanismen, testen.

(Source: moritz320 / pixabay.com)
(Source: moritz320 / pixabay.com)

Wie können Blockchain-Anwendungen mit dem Schweizer Franken verknüpft werden? Und welche Anwendungsfälle lassen sich so umsetzen? Diese Fragen wollen fünf Finanzinstitutionen ganz praktisch zu beantworten versuchen. Gemeinsam lancieren sie eine Testumgebung für einen künftigen digitalen Schweizer Franken.

Am Vorhaben beteiligt sind die Banken UBS, Postfinance, Sygnum, Raiffeisen sowie die Zürcher und die Waadtländer Kantonalbanken (ZKB und BCV). Die Sandbox stehe aber "auch weiteren interessierten Banken, Unternehmen und Institutionen offen, die zur Entwicklung eines CHF-Stablecoins beitragen möchten", erklären die Partner in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die technische Infrastruktur für die Herausgabe des ditalen Frankens kommt von Swiss Stablecoin. Die Organisation wurde 2022 mit dem Ziel gegründet, ein schweizerisches digitales Zahlungsmittel für alle zu schaffen. Im Interview mit der Netzwoche sagt Pascale Bruderer, wie sehr sie die Multifunktionalität eines Stablecoins begeistere. "Für die Realwirtschaft relevant ist zum Beispiel ein einfacheres, effizienteres Liquiditäts- sowie generell Treasury-Management. Ein weiteres Beispiel sind Micropayments: Zahlungen in Rappenhöhe, die heute schlicht zu teuer oder zu umständlich sind. Stablecoins ermöglichen automatisierte, programmierbare Zahlungen mit unmittelbarem Settlement. Dadurch werden die Transaktionen nicht nur günstiger, sondern dank der Integration von Smart Contracts auch clever – sei es für 'Pay per Use'-Modelle, bei der Einspeisung von Energie oder bei Maschine-zu-Maschine-Zahlungen." Das vollständige Interview lesen sie hier.

In der Mitteilung zur CHF-Stablecoin-Sandbox erklären die beteiligten Banken, man wolle mit der Initiative ermöglichen, neue digitale Finanzprodukte unter realistischen Bedingungen zu testen – jedoch mit klar definierten Schutzmechanismen wie eingeschränktem Teilnehmerkreis und Betragslimiten. Ziel sei es, Risiken zu minimieren und Erfahrungen für einen späteren Marktentscheid zu sammeln.

 

Lesen sie auch: Der Bundesrat will Stablecoins eine gesetzliche Grundlage geben. Dafür schickte er im Herbst 2025 ein überarbeitetes Finanzinstitutsgesetz in die Vernehmlassung.

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