US-Justizminister erhält Schnüffelauszeichnung

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John Ashcroft, US-Justizminister und erst letzte Woche zu Gast bei Bundesrätin Metzler (es ging u.a. um die Lockerung des Bankgeheimnisses), und Larry Ellison, Chefdirigent beim Datenbankspezialisten Oracle, sind die prominentesten Gewinner der diesjährigen Big Brother Awards. An der bereits zum 12. Mal organisierten Conference on Computers, Freedom and Privacy in Kalifornien wurde Ashcroft gleich zweimal ausgezeichnet: Als Bester Indizierer von Nachrichten und Web-Sites und als Schlimmster Regierungsangestellter. Ashcroft trägt die politische Verantwortung für den massiven Zuwachs von Lauschangriffen in den USA und deckt die Internierung ohne Gesetzesgrundlagen von Verdächtigen im Zusammenhang mit den Terrorattacken vom 11. September. Mister Oracle Larry Ellison darf sich ab sofort Bedeutendster Unternehmensschnüffler des Jahres nennen. Er hat sich bei der Implementierung einer zentralen Regierungsdatenbank auf Oracle-Basis, mit der die Erfassung personenbezogener Daten sämtlicher US-Amerikaner ermöglicht werden könnte, verdient gemacht. Weitere Preiskategorien sind unter anderen The Most Appalling Project (das widerlichste Projekt), Lifetime Menace (lebenslange Bedrohung), oder Most Invasive Company (die aufdringlichste Schnüffelfirma) . Die Preisträger werden ausgezeichnet mit einem goldenen Stiefel, der einen menschlichen Schädel niederdrückt (symbolisch für die Unterdrückung der Meinungsfreiheit). In der Schweiz findet jeweils im Herbst eine vergleichbare Veranstaltung statt (der Netzticker berichtete).