Wikipedia-Skandal: Nur ein Scherz?

Uhr | Aktualisiert
Der Rufmord am renommierten US-Journalisten John Seigenthaler, dem über die Online-Enzyklopädie Wikipedia eine Mitschuld am Mord an US-Präsident John F. Kennedy angelastet wurde, ist aufgeklärt. Gemäss New York Times hat ein Brian Chase die Falschinformation auf Wikipedia gepostet. Er habe mit dem Wikipedia-Eintrag nur einen Kollegen ins Bockshorn jagen wollen, was auch ganz toll funktioniert habe, zitiert Spiegel online den "Wikipedia-Prankster". Dass bei Wikipedia jeder herum fuhrwerken durfte, habe ihn damals in seinem Eindruck bestärkt, dass es sich bei diesem Online-Lexikon nur um eine "Gag-Webseite" handle. Er habe keine Ahnung gehabt, dass dieses Ding von irgend jemandem als ernst zu nehmendes Nachschlagewerk genutzt würde.
Chase hat sich in inzwischen öffentlich und persönlich bei Seigenthaler für den dummen Scherz entschuldigt und seine Stelle gekündigt, um seinen Arbeitgeber vor möglichem Schaden zu schützen.
Die Debatte um die Seriosität der Wikpedia-Einträge dürfte damit aber noch längst nicht abgeschlossen sein. Doch wie auch immer man dazu steht, folgert Spiegel online, "Wikipedia mag fehlbar sein, aber sie ist auch aussergewöhnlich ehrlich und transparent. So wurde die Wikipedia selbst in den letzten Tagen zur vielleicht besten Quelle über diesen ihren bisher schlimmsten Skandal."