Zattoo nimmt Tamedia als Kapitalgeber an Bord und separiert Schweizer Geschäft
Nachdem im Frühling dieses Jahres die Weiterfinanzierung und der Fortbestand von Zattoo noch gefährdet schien, steigt nun Tamedia beim Schweizerisch-Amerikanischen Internet-TV-Startup ein. Dabei kommt es zu einer Neugruppierung des Unternehmens. In einem ersten Schritt gewährt Tamedia ein Darlehen zur Finanzierung der Zattoo International AG. Aus dieser sollen dann in einem zweiten Schritt die Schweizer Aktivitäten ausgekoppelt und in eine neuzugründende Zattoo Schweiz AG überführt werden. An der Schweizer Zattoo-Tochter wird sich Tamedia durch Umwandlung des Darlehens mit 24,5 Prozent beteiligen.
Wie Zattoo-CEO Beat Knecht gegenüber dem Netzticker ausführt, stehe die Beteiligung nicht in direktem Zusammenhang mit der harzig verlaufenen Finanzierungsrunde im vergangenen Mai. Damals habe man zwischen fünf und acht Millionen Franken Neukapital aufnehmen wollen, schaffte aber nur deren zwei. Erst im August dieses Jahres hätte man sieben Millionen erhalten und somit die Finanzierung von Zattoo gesichert gehabt. Sehr gut laufe hingegen gemäss Knecht die derzeit stattfindende „Herbstrunde“ an, womit für Zattoo International die Finanzierung vorerst gesichert sei.
Wieviel Tamedia für den 24 Prozent-Anteil an der Zattoo Schweiz AG bezahlt, wurde nicht bekannt gegeben. Der Betrag dürfte im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen. Gemäss Knecht ist vorgesehen, nach demselben Prinzip auch in weiteren europäischen Märkten zusammen mit lokalen Partner Tochtergesellschaften zu gründen. Allerdings liegen die Europäischen Aktivitäten noch einiges hinter denjenigen in der Schweiz. Während Zattoo hierzulande nach eigenen Angaben mit 850'000 Nutzern 37 Prozent der Breitbandbevölkerung erreicht und profitabel arbeitet, nutzen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Norwegen und Spanien erst 3 Millionen Personen den Dienst.
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