Epson zeigt Datenbrille

Epsons "Smartphone" fürs Auge

Uhr | Aktualisiert
von CEtoday

Epson hat seine Augmented-Reality-Datenbrille Moverio BT-200 präsentiert. Die Brille bietet Smartphone-Funktionen und lässt die Realität erweitern.

Epson hat am Montag an einem Medienanlass in Zürich die zweite Generation seiner Datenbrille Moverio, die BT-200, präsentiert. Mit dem Gerät bekräftigt Epson seinen Willen im Markt der "Wearables", also direkt am Körper getragenen IT-Produkten, mitzumischen. Der globale Wearables-Markt soll laut dem von Epson zitierten Marktforscher Futuresource bis 2018 auf 19 Milliarden US-Dollar wachsen.

Mit der nun präsentierten Moverio BT-200 will Epson zeigen, in welche Richtung es gehen könnte. Epsons neue Datenbrille reichert die Realität der Träger mit eingeblendeten Informationen an. So bekommt man etwa beim Sightseeing Infos zu Bauwerken zu sehen, findet die nächste Cocktailbar oder ein Hotel mit freien Zimmer etc. Auch Google will mit seiner Datenbrille Google Glass im Markt der Augmented Reality mittun. Noch dieses Jahr soll Glass kommerziell verfügbar sein.

Google Glass vs. Moverio BT-200

Auf den Vergleich mit Google Glass wollten sich die Epson-Verantwortlichen am Montag allerdings nicht einlassen. Denn die Moverio BT-200 kann neben dem Einblenden von Infos auch Videos ins Gesichtsfeld der Träger einblenden. "Die Moverio BT-200 ist deshalb nicht vergleichbar mit Google Glass", sagte ein Produkt-Trainer von Epson am Anlass. Zudem bietet die BT-200 annähernd Smartphone-Funktionalitäten, mit dem Unterschied, dass der Bildschirm halt als Brille getragen wird und dass man keine SIM-Karte einlegen kann. Die Moverio ist überdies "die einzige binokulare, transparente ("See-Through")-Smart-Brille auf dem Markt", wie Epson behauptet.

Die Brille ist wie schon beim Vorgängermodell durch ein Kabel mit einem Steuergerät in Smartphone-Formfaktor verbunden. Das Steuergerät ist gleichzeitig als Trackpad zu verwenden, was nach kurzer Eingewöhnung recht gut funktionierte. Weniger gut funktionierten die anlässlich der Hands-on-Sessions gezeigten Augmented-Reality-Funktionen. So sollte sich etwa ein auf Karton gemalter Superheld beim Blick durch die Brille auf den Karton aus dem Bild erheben. Das tat dieser dann nicht wie gewünscht. Was hingegen ganz gut ging, war das Spielen eines Jump-and-Run-Games einzig durch Drehen und Heben bzw. Senken des Kopfes. Einigen Probanden wurde allerdings schlecht dabei. Die Steuerung möglich machen verschiedene Sensoren wie Gyroskop und Beschleunigungsmesser. Die weitere eingebaute Sensortechnik beinhaltet eine SVGA-Kamera, GPS, Kompass und Mikrofon.

Steuerungseinheit mit Kabel

Auch bei der Video-Wiedergabe machte die Brille einen ganz ordentlichen Job. Ein 3D-Film, der in 3D-Side-by-side-Technik wiedergegeben wurde, beeindruckte durch sehr plastische Bildwiedergabe. Weniger beeindruckend an der Moverio BT-200 ist das immer noch klobige "Design". Auch das lästige Kabel, das einem beim Tragen schwer von der Backe hängt, macht keine Freude. Das Kabel ist aber nötig, um die Brille mit der Steuerungseinheit zu verbinden, in der auch der Akku steckt. Dieser ist dafür ziemlich leistungsstark und soll für bis zu sechs Stunden Videovergnügen gut sein. Full-HD-Inhalte kann die neue Moverio nur in qHD anzeigen, was einem Viertel Full-HD also 960 x 540 Pixel entspricht.

Moverio läuft unter einem adaptierten Android-Betriebssystem, das mit Android 4.0.4 "kompatibel" sein soll. Epson will noch im März die Moverio BT-200 für App-Entwickler öffnen und hofft damit auf coole und nützliche Anwendungen aus der Entwicklergemeinde. Ab Mai soll die Moverio dann inklusive Apps im Handel sein. Voraussichtlicher Preis: 899 Franken.

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