E-Commerce-Report Schweiz 2014

Schweizer E-Commerce erfreut sich ungebrochener Dynamik

Uhr | Aktualisiert

Die Umsätze im Schweizer Online-Handel wachsen nach wie vor schneller als der Gesamtmarkt. Der E-Commerce-Report führt dies auf die wachsende Verbreitung von Mobilgeräten zurück.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und Datatrans haben den E-Commerce-Report 2014 veröffentlicht. Die seit 2009 erscheinende Studie untersucht Stellenwert, Wandel und Trends des Schweizer Onlinehandels aus Sicht der Anbieter. 2014 beteiligten sich gemäss Herausgeber insgesamt 34 Geschäftsführer oder E‐Commerce‐Verantwortliche am Forschungsprojekt, darunter Coop@Home, Digitec, ExLibris, Kuoni Reisen, Manor, die SBB und Ricardo.ch.

E-Commerce-Umsätze wachsen schneller als der Gesamtmarkt

Obschon sich E-Commerce schon seit einigen Jahren als Verkaufskanal bewährt, wachsen die Umsätze im Online-Handel den Studienherausgebern zufolge immer noch schneller als der Gesamtmarkt. Rund ein Viertel der Studienteilnehmer konnte letztes Jahr sogar eine Wachstumsrate von über 20 Prozent erzielen. Sieben Unternehmen, deren Umsätze die letzten zwei Jahre eingebrochen waren, konnten ausserdem auf den Wachstumspfad zurückfinden.

Die Autoren führen die ungebrochene Dynamik des E-Commerce unter anderem auf die wachsende Medienkompetenz der Konsumenten und auf die hohe Verbreitung von Mobilgeräten und Daten-Flatrates zurück. Angesichts dieser Entwicklungen soll die Mehrheit der Studienteilnehmer erwarten, dass sich der Onlineanteil in ihrer Branche in den kommenden Jahren um 50 Prozent oder mehr erhöhen wird.

Kunden stehen auf Cross-Channel

So gross der Erfolg des E-Commerce auch sein mag, auch kanalübergreifende Geschäftskonzepte kommen dem Bericht zufolge bei den Kunden gut an. So erwarten zwei Drittel der Studienteilnehmer, dass ein stationärer Händler mit gut eingerichteten Cross-Channel-Services Umsatzsteigerungen erzielen kann. Das sollen auch reine Onlineanbieter erkannt haben. Dem Bericht zufolge nutzen sie verstärkt klassische Werbemittel und schaffen auch physische Anlaufstellen, sei es auch nur zur Abholung der bestellten Ware.

Wie die Studienautoren schreiben, findet derzeit auch ein regelrechtes Wettrüsten auf der Ebene der E-Commerce-Logistik statt. Kunden von Cross-Channel-Anbietern würden die Abhol- und Rückgabemöglichkeiten nutzen, um Versandkosten zu sparen. Reine Onlineanbieter sollen angesichts dieses Angebots mit verkürzten Lieferzeiten nachziehen und den Kunden mehr Optionen für den Empfang der Ware bieten.

Platzhirsch Zalando

Der Erfolg von ausländischen E-Commerce-Anbietern wie Zalando oder Amazon stellt gemäss Bericht für zwei Drittel der Studienteilnehmer eine Bedrohung dar. So sollen viele Schweizer E-Commerce-Anbieter ausländische Internet-Pure-Player aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit für überlegen halten und dies auf Grössenvorteile infolge multinationaler Ausrichtung zurückführen. Auch sind die befragen Online-Händler der Ansicht, dass sich ausländische E-Commerce-Anbieter wie Zalando oder Amazon aufgrund der Wachstums- statt Ertragsorientierung ihrer Kapitalgeber am Markt besser durchsetzen können.

Dass Schweizer Onlineanbietern eine Marginalisierung durch ausländische Firmen drohen könnte, wird dem Bericht zufolge in Branchen mit bereits aktiven ausländischen Anbietern eher befürchtet, als in anderen. Die befragten E-Commerce-Anbieter beziehen sich dabei auf ihre Erfahrung mit der Überlegenheit gewisser ausländischer Player. Als bedrohlich werden einerseits sogenannte Online-Category-Killer wie Zalando oder iTunes empfunden, die ihre Branche dominieren wollen.

Andererseits werden laut Studie Amazon und Google als übermächtige Konkurrenz identifiziert. Die Überlegenheit dieser sogenannten Industry Dominators beschränke sich nicht auf eine Warengruppe, sondern betreffe das B2C-Geschäft als Ganzes. Gleichzeitig sind Industry Dominators, allen voran Google, für die Anbieter existenziell: Wie die Studienautoren erklären, verlagert sich nämlich der Zugang zu Kunden zunehmend in Richtung Suchmaschinen und Sortimentsfunktionen wie Google Shopping und Google Hotel Finder.

Mobile bleibt stärkster Trend

Die Studienteilnehmer erwarten für die Zukunft, dass die Grenzen zwischen den Anbietertypen verschwimmen und damit die Vielfalt der Handelsformen weiterwachsen wird. Als stärksten Trend sehen die befragten E-Commerce Anbieter gemäss Bericht weiterhin Mobile, sie erwarten aber auch, dass sich das Smart-TV die nächsten Jahre etablieren wird. Auch mobile Zahlungslösungen werden als Hot Topic gehandelt, allerdings bezweifeln die Studienteilnehmer, dass sich diese die nächsten fünf Jahre durchsetzen werden.

Der E-Commerce Report kann hier bestellt werden.

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