Netzneutralität in Gefahr
Nach Plänen der US-Regulierungsbehörde FCC sollen Provider Webdienste benachteiligen können, solange alle die Möglichkeit hätten, sich den besseren Zugang zu erkaufen. Das wäre das Ende der Netzneutralität.
Die Internet-Regulierungsbehörde der USA FCC hat einen Angriff auf die Netzneutralität lanciert. Eine neue Version der so genannten Open-Internet-Regeln soll es Providern ortsfester Zugänge zum Netz gestatten, einzelne Webdienste andern gegenüber zu bevorzugen. Einzige Einschränkung: Entsprechende Bevorzugungen müssten allen Interessenten zu "angemessenen Bedingungen" angeboten werden, eine komplette Zensur einzelner Sites bliebe verboten. Dies berichtet unter anderem die New York Times.
Der Vorstoss würde eine einschneidende Veränderung bedeuten. Konkret entstünde ein Zwei- oder sogar Mehrklasseninternet. Je nach Provider bekämen die Nutzer ein anderes Internet zu sehen.
Erzürnte Bürgerrechtler
Netzaktivisten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen haben erzürnt auf die Berichte reagiert. Sie kritisierten, dass Provider somit über Gewinner und Verlierer im Datenraum entscheiden könnten. Eine Diskriminierung zwischen einzelnen Anbietern wäre möglich, die Netzneutralität am Ende. Wie zum Beispiel Free Press warnt, wäre eine derartige Entwicklung ein "Desaster für Start-ups oder gemeinnützige Einrichtungen, sowie die alltäglichen Internetnutzer."
FCC-Chef nimmt Stellung
Der Vorsitzende der Regulierungsbehörde FCC, Tom Wheeler, hat sich laut heise.de zwar gegen die Vorwürfe gewehrt, umgekehrt hat er die Pläne bezüglich Bevorzugung gegen Entgelt nicht dementiert. Eine definitive Entscheidung soll übrigens am 15. Mai fallen. Dann wird die Federal Communications Commission entscheiden, wie genau die Open-Internet-Regeln verändert werden sollen. Im Gegensatz zu den USA hat in Europa das EU-Parlament übrigens ein Gesetz verabschiedet, in dem es die Netzneutralität stärkt.
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