SAP, Spielgeselle der NSA
Die deutsche Sendung Fakt des öffentlich-rechtlichen Senders ARD hat herausgefunden, dass die NSA auf SAP-Software setzt. SAP-Leute sollen sogar aktiv beim Spionieren helfen.
Recherchen des ARD-Magazins Fakt sollen ergeben haben, dass der US-Geheimdienst NSA für die Massenüberwachung Technologien des deutschen Softwarehauses SAP nutzt.
Gemäss dem Bericht nutzen die NSA und andere US-Geheimdienste die Datenbanksoftware Hana. Fakt stützt sich im Bericht auf den belgischen IT-Unternehmer Jo Lernout, der ein Branchenkenner sein soll.
Laut Lernout helfen SAP-Spezialisten den Amerikaner dabei, die angehäuften Datenberge durchsuch- und auswertbar zu machen. Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs, stützte gegenüber Fakt die Aussage des Belgiers.
Zusammenarbeit mit NSA-Dienstleistern
SAP dränge seit einigen Jahren gezielt in den Markt für Überwachungssoftware hinein. Namentlich zeige sich das beispielsweise an Zukäufen wie Inxight und Sybase, heisst es im Bericht.
SAP hat zudem Verträge mit NSA-Dienstleistern wie Palantir und Attensity. Beide Unternehmen baute die CIA durch ihre Investmentfirma In-Qtel auf, wie Zeit Online schreibt.
Palantir ist ein Unternehmen des deutschen Peter Thiel, der auch Paypal gründete und Mark Zuckerberg beim Aufbau von Facebook finanziell unterstützte. Palantir erlaubt es gemäss Zeit Online exklusiv nur SAP, die Palantir-Produkte in ihre Systeme zu integrieren.
Tochterfirma in USA gegründet
Gegenüber Fakt nahm SAP zu den Anschuldigungen keine Stellung. Bezüglich möglicher Interessenskonflikte hiess es von der SAP-Direktorin Ingrid Helen-Arnold, dass SAP sich nicht als Zulieferer für US-Geheimdienste sehe.
Spiegel Online gegenüber bestätige SAP die Tochterfirma National Security Services (NS2) gegründet zu haben, "um die speziellen Sicherheitsanforderungen bestimmter Kunden entsprechen zu können". Als US-Unternehmen unterliegt NS2 amerikanischen Sicherheitsgesetzen.
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