MSM Research

Der Markt für Support- und Wartungs­services schrumpft

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von Philipp Ziegler

Mit Blick auf die Entwicklung der gesamten Ausgaben für ICT (B2B) im laufenden Jahr rechnen wir mit einem leichten Minus von 0.4 Prozent. Für positive Wachstumsraten sorgen die Märkte Business Analytics (Big Data), Security, Mobility und allen voran Cloud Computing sowie die dazugehörigen Professional Services. Auf der Verliererseite und mitverantwortlich für den Abtaucher ins Minus ist die Entwicklung der Support- und Maintenance-Spendings.

Philipp Ziegler, MSM Reseach.
Philipp Ziegler, MSM Reseach.

Mit Blick auf die Entwicklung der gesamten Ausgaben für ICT (B2B) im laufenden Jahr rechnen wir mit einem leichten Minus von 0,4 Prozent. Für positive Wachstumsraten sorgen die Märkte Business Analytics (Big Data), Security, Mobility und allen voran Cloud Computing sowie die dazugehörigen Professional Services. Auf der Verliererseite und mitverantwortlich für den Abtaucher ins Minus ist die Entwicklung der Support- und Maintenance-Spendings.

Während die ICT-Budgets der Unternehmen und Verwaltungen im Schweizer Markt auf der Basis unseres Herbst-Updates 2015 durchschnittlich um marginale 0,4 Prozent gekürzt werden, geben die Spendings für Support und Wartung deutlich höher nach. Aufgrund seines Anteils von 8 Prozent am ICT-Budget hat dieses Segment einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Gesamtentwicklung des ICT-Marktes. Aktuell gehen wir von einem Marktvolumen der Wartung im Businessbereich von 1,34 Milliarden Franken aus.

Vielfältige Gründe für die Reduktion der Ausgaben

Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Rückgang von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Franken und Rappen heisst das: 2015 werden die Spendings für Wartung und Support im Vergleich zu 2014 um insgesamt annähernd 100 Millionen Franken gekappt.

Die Gründe für das Schrumpfen des Wartungsmarktes sind vielfältig. Es sind nicht nur die reinen Sparmassnahmen aufgrund eines im Laufe des Jahres gestiegenen Kostendrucks, denn analysiert man alle Faktoren dieses dynamisch anhaltenden Schrumpfungsprozesses, so erkennt man eine ganze Reihe weiterer Ursachen. Allgemein tiefere Preise bei Hardware und Software haben auch zu tieferen Kosten bei der Maintenance geführt. Weiter ist auch zu beobachten, dass Anwender eine pragmatischere Sichtweise leben und zu günstigeren Verträgen und SLAs wechseln, etwa mit einer Reduktion der Reaktionszeiten von 4 Stunden auf 24 Stunden oder Streichung der Wochenenden.

Konzentration auf kritische Systeme

Allerdings verschwinden die 100 Millionen Franken weniger an Ausgaben für Maintenance und Support nicht endgültig und ersatzlos vom Markt. Sie materialisieren sich teilweise an anderer Stelle wieder. Bei der Verlagerung des ICT-Betriebs in die Wolke, respektive beim Bezug von entsprechenden Public oder Private Cloud Services, fallen weniger direkte Aufwendungen für die Infrastruktur und deren Unterhalt im eigenen Hause an. Die Investitionen, Betriebsausgaben und Wartungskosten finden sich nun pauschal in den Ausgaben für die externen Cloud und Managed Services wieder.

Heute konzentrieren die IT-Chefs ihre Ausgaben (Betrieb & Wartung) mehrheitlich auf die kritischen Systeme und Anwendungen, deren Ausfall direkten Einfluss auf den Geschäftsverlauf zur Folge haben könnte. Um der Situation im Markt Rechnung zu tragen, und Kunden und Umsätze im Wartungsbereich zu halten, haben viele Hersteller und Dienstleister mit neuen Ansätzen im Maintenance-Management reagiert: So adressieren sie unter anderem mit proaktiven, flexiblen Modellen und kompletten Managed Services die aktuellen Forderungen der Anwender und bieten neue Alternativen zu den traditionellen Vertragsmodellen.

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