Gemeinsame Schweizer Bezahl-App steht kurz bevor
Postfinance und Six wollen eine gemeinsame Bezahl-App lancieren und sich so gegen Apple rüsten. Offenbar scheinen sich die beiden Unternehmen in den wichtigen Punkten einig geworden zu sein.
Bereits im März dieses Jahres wurde konkret, dass sich die Hauptkonkurrenten beim Mobile Payment, Six und Post Finance, entschlossen haben, einen gemeinsamen Weg einzuschlagen, statt sich gegenseitig zu bekämpfen. Aus gutem Grund: Tritt Apple mit Apple Pay in den Schweizer Markt ein, muss die Konkurrenz stark sein, um bestehen zu können. Mit verschiedenen Einzellösungen dürfte das schwierig werden – eine einheitliche Schweizer Lösung ist gefragt.
Wie die Werbewoche unter Berufung auf die Sonntagszeitung berichtet, stehen die Verhandlungen offenbar kurz vor dem Durchbruch. Laut mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen hätten sich die Parteien in wichtigen Punkten geeinigt und technische Lösungen gefunden, heisst es. Nun gehe es darum, die organisatorische Struktur hinter der gemeinsamen App festzulegen.
Detailhandel interessiert an gemeinsamer Bezahllösung
An einer gemeinsamen Lösung besonders interessiert ist einerseits der Detailhandel. Dieser fürchtet den Aufwand durch verschiedene Systeme. Anderseits machen die Banken Druck, wollen das System vereinheitlichen – und an der Lösung beteiligt sein.
Laut Insidern müsse nun wohl Postfinance einlenken. Das Unternehmen, das jüngst der Schweizerischen Bankiervereinigung beigetreten ist, hat mit Twint aktuell die am weitesten entwickelte Eigenlösung. Mit Twint kann man beispielsweise bereits bei Coop bezahlen, während das Konkurrenz-Produkt Paymit diesbezüglich erst in einer Versuchsphase steckt.
Post gibt Gas
Möglich, dass sich Postfinance kooperativ zeigt und den Vorsprung zugunsten einer gemeinsamen Lösung aufgibt. Die Post-Manager machen laut Sonntagszeitung hinter den Kulissen Druck, weil sie die Erlaubnis wollen, Kredite vergeben zu dürfen.
Das ist der Post heute verboten, macht ihr das Leben in Zeiten von Negativzinsen aber schwer. Deswegen will man bei der App-Frage vermutlich keinen Goodwill verspielen.
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