Hausmesse

Die Cloud ist wie ein Haarföhn

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

HPE Explore part of Reimagine 2016. Unter diesem Namen hat in Baden diese Woche die Hausmesse von Hewlett Packard Enterprise stattgefunden. Das Thema war aber nicht das Spin-off der Dienstleistungssparte, sondern die Digitale Transformation.

Wenn es um Hewlett Packard Enterprise (HPE) geht, dominiert derzeit ein Thema die Medien: die Fusion von HPEs Dienstleistungssparte mit CSC. Die Ankündigung überschattete beinahe HPEs Hausmesse, die diese Woche im Kultur- und Kongresszentrum Trafo in Baden stattgefunden hat.

Die Messe mit dem Namen Explore part of Reimagine 2016 stand jedoch ganz im Zeichen der Digitalen Transformation. Ein sehr wichtiges und aktuelles Thema, wie Marcel Borgo, Managing Director von HPE Schweiz während der Begrüssung sagte.

Deswegen habe die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr auch nicht abgenommen – obwohl das Unternehmen nur noch halb so gross ist. Der Managing Director sprach damit die Aufspaltung in HPE und HP Inc. an. "So entstanden zwei neue Start-ups mit je 50 Milliarden US-Dollar", sagte Borgo.

"Die Triebfeder des Kapitalismus"

Der Begriff sorgte für ein allgemeines Stirnrunzeln, schliesslich hat das Unternehmen einen Grossteil des 20. Jahrhunderts miterlebt und kann kaum als "Jungunternehmen" beschrieben werden. Die Bezeichnung sei aber sehr passend, sagte der Managing Director, denn die Unternehmen fühlen sich jung und stecken voller Energie. Er sei stolz darauf, jetzt etwas Neues zu machen.

Dank der Digitalisierung könne heute jeder mit seiner Idee eine Industrie zu verändern. Das passiere nicht nur im amerikanischen Silicon Valley. "Auch die Schweiz hat ein Silicon Valley", sagte Borgo. Er untermauerte diese Behauptung sogleich mit einem Beispiel: die Terminfindungsplattform Doodle. 2007 war sie nur eine Idee. 2014 hatte sie bereits über 240 Millionen Nutzer pro Jahr. 

Das Neue gedeiht aber manchmal auf Kosten des alten. So zitierte Borgo auf der Bühne den österreichischen Ökonom Joseph Schumpeter. "Die Triebfeder des Kapitalismus ist die Zerstörung des Bestehenden." Die Industrien von heute sind morgen schon vergessen.

Ein Bisschen IoT im Garten

Marianne Janik, CEO von Microsoft Schweiz, griff diese Thematik wieder auf. "Unsere IT-Industrie respektiert keine Traditionen mehr – nur noch Innovation", sagte sie während ihrer Keynote. Diese Meinung sei zwar weit verbreitet in der Branche. Doch die Schweiz zeige, dass man beides verheiraten könne.

Das Garten-Center Meier, ein Kunde von Microsoft, verdeutliche dies. Das Unternehmen wurde 1894 gegründet. 2,5 Millionen Artikel auf einer Verkaufsfläche von 17'000 Quadratmeter. Microsoft Schweiz brachte das Traditionsunternehmen in die Cloud. Mit der Lösung von Microsoft analysiert das Garten-Center nun seine Verkaufszahlen, lässt Wetterdaten in die Planung mit einfliessen und sieht sofort, wie sich etwa Berichte im Kundenmagazin auf die Verkaufszahlen auswirken.

"Wir müssen Unternehmen ermutigen, den Schritt in die Digitale Welt zu machen", sagte Janik. Um dies zu erreichen, will Microsoft gemäss Janik die Komplexität aus der Thematik herausnehmen.

Kaum jemand weiss wie ein AKW funktioniert

Die Komplexität verschwindet dadurch aber nicht, wie Michael Sax und Patrick Basler von Bison IT Services erklärten. Die Komplexität erhöht sich sogar. Der Anwender kriegt hiervon jedoch nichts mit, denn die Komplexität verschiebt sich in den Hintergrund.

Man könne es mit der Elektrizität vergleichen. Kaum einer wisse heute, wie ein Atomkraftwerk exakt funktioniere. Aber jeder könne einen Haarföhn einstecken. Eine moderne Technologie wie etwa die Cloud funktioniere gleich. Komplex zu betreiben, aber einfach zu verwenden.

Ein ERP auf der Autobahn

Die Cloud bringt aber nicht nur eine einfache Benutzung mit sich. Sie bringt gemäss Uwe Grigoleit, Global Vice President bei SAP auch eine Standardisierung mit sich. Das wiederum ermögliche ein ERP automatisiert zu handeln und dem Benutzer unwichtige Entscheidungen ab zu nehmen.

Er verglich den Prozess mit dem autonomen Fahren. Auf der Autobahn könne man das Steuer dem Autopiloten überlassen. In der hektischen Stadt lenke der Fahrer aber selbst. Für SAP ist das die Zukunft, die es mit seinem ERP-System S4 Hana ansteuert. Themen wie Predictive Analysis würden daher immer wichtiger für das deutsche Softwarehaus.

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