Über den Tellerrand

Merkwürdig: Von Anti-Mücken-Fernsehern und Glückszahlen

Uhr | Aktualisiert
von Gianna Crivelli, Christoph Grau, Fabian Pöschl

In unserer Rubrik Merkwürdig verlinken wir Kurioses und Interessantes aus dem ICT-Universum.

[1] Andere Länder, andere Sitten: LG hat einen TV speziell für den indischen Markt entwickelt. Das Besondere an dem Gerät der Serie LG Mosquito Away TV: es vertreibt Stechmücken mittels Ultraschall. Chemikalien kommen nach Angaben des Herstellers keine zum Einsatz. Dieselbe Technologie verbaute LG schon in Klimaanlagen für den indischen Markt, wie die NZZ schreibt. Mücken gibt es in Indien mit seinem tropischen Klima viele, und die sind nicht nur lästig, sondern können auch Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber übertragen. Allein in Delhi erkrankten im vergangenen Jahr laut Indian Express rund 16 000 Menschen am Dengue-Fieber, 38 starben daran.

[2] Die Schweizer Nati hat an der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich (viel zu früh!) die ­Koffer packen müssen. Dafür bot sie Spektakel. Allein Xherdan Sha­qiri dürfte sich mit seinem spek­takulären Fallrückziehertor im Achtelfinale tief ins ­Gedächtnis der (Schweizer) Fans ­geballert haben. Auch die Gruppenspiele mit Schweizer Beteiligung boten Spannung und Dramatik. Aber nur mit rotweisser Fanbrille. Der Content-Auslieferer Akamai zog nach den ersten zwei Turnierwochen eine Bilanz. Er untersuchte, wie sich der Online-Traffic auf EM-Streams während der Spiele verhielt. Die ­Erkenntnis: Die wenigsten sahen sich das Spiel Alba­nien – Schweiz an (474 000 gleichzeitige Zuschauer). Das erste Spiel der beiden Mannschaften an der EM, das auch als "Bruderduell" hochstilisiert wurde, entlockte neutralen Fans keine gros­sen Gefühle. Die meistgesehene Partie per Stream war das Gruppenspiel zwischen Frankreich und Rumä­nien mit 1,27 Millionen gleichzeitigen Streams.

[3] Esino Lario ist eine winzige Gemeinde in der italienischen Region Lombardei. In diesen Tagen wird das Bergdorf mit rund 750 Einwohnern wohl aus allen Nähten platzen. Wikipedia wählte die Gemeinde nämlich als Austragungsort für ihre Weltversammlung "Wikimania 2016", wie der Standard schreibt. An der Konferenz werden die Teilnehmer über Themen wie die Aktualisierung des Nachschlagewerks, das Urheberrecht und die Übernahme von Archiven diskutieren. Als Organisator des Events habe sich das Kaff gegen Millionenmetropolen wie Manila durchgesetzt. Tausende Mitarbeiter und Freunde der Online-Enzyklopädie werden nun in das Dorf pilgern, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Und wo kommt die Schar an Teilnehmern unter? Bei den Dorfbewohnern natürlich. Diese öffnen gastfreundlich ihre Türen.

[4] Eine Facebook-Anfrage abzulehnen, sollte man sich in Zukunft ganz genau überlegen. Weil es ein Kommunalpolitiker aus Halle in Deutschland wagte, genau dies zu tun, sieht er sich womöglich mit einer Anzeige wegen Diskriminierung konfrontiert, wie Chip schreibt. Eric Eigendorf habe auf seinem privaten Account eine Freundschaftsanfrage von einem Bürger aus dem Wahlkreis erhalten. Diese soll der SPD-Politiker abgelehnt haben, da er Berufliches und Privates voneinander trennen wolle. Kurz darauf soll Eigendorf eine Nachricht des Bürgers erhalten haben. Dieser teilte ihm mit, er habe bei der Polizei Anzeige wegen Diskriminierung erstattet. Eigendorf zufolge leidet der Mann an einer Behinderung und sieht diese als Grund für die Ablehnung. Bei der Polizei in Halle wusste man nichts von dem Fall, wie Chip schreibt.

[5] Auch die chinesische Numerologie, also die Kunst der Zahlendeutung, hat einen Einfluss auf die Übernahme von EMC durch Dell. Wie The Register schreibt, hält die Singapurer Investmentfirma "Venezio Investments" genau 18 181 818 sogenannte Class-C-Anteile an Dell EMC. Venezio Investments ist eine Tochter der Temasek Holdings, die wiederum dem Staat Singapur gehört. Die Abfolge der Zahlen 1 und 8 soll Glück bringen. Denn die Aussprache der Zahl 18, chinesisch "shiba", klingt ähnlich wie das Wort "shifa", das so viel wie "sicher reich werden" bedeutet. Bei viermal 18 hintereinander kann also nicht mehr viel schiefgehen, wenn man den Numerologen vertraut.


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